Das Parlamentarische Patenschafts-Programm - kurz PPP genannt - wurde 1983 aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums der ersten Auswanderung Deutscher nach Amerika gemeinsam vom Deutschen Bundestag und dem Kongress der USA ins Leben gerufen.
Dieses Austauschprogramm ermöglicht jährlich jeweils ca. 350 deutschen und amerikanischen Jugendlichen einen einjährigen Aufenthalt im Gastland. Dort sind sie in Gastfamilien untergebracht und besuchen einheimische Schulen.
Eine Besonderheit des Programms ist, dass Abgeordnete des Deutschen Bundestages eine Patenschaft für jeden deutschen und jeden amerikanischen Jugendlichen übernehmen. Dadurch unterscheidet es sich wesentlich von anderen Austauschprogrammen.
Im Jahr 2011 hat Kathrin Vogler für den Hörsteler Gymnasiasten Sven Attermeyer die Patenschaft übernommen. Sven wurde in einem persönlichen Gespräch ausgewählt. Von seinem USA-Aufenthalt erwartet er sich nicht nur die Verbesserung seiner Sprachkenntnisse, sondern auch einen Einblick in das Alltagsleben in Amerika. Da es sich um ein Austauschprogramm handelt, haben wir auch einen amerikanischen Gast bei uns im Wahlkreis. Jacob Saghi verbringt sein Austauschjahr bei einer Familie in Greven.
Sven Attermeyer berichtet
Ich gebe heute mal einen Zwischenbericht über das, was seit dem 1. Februar passiert ist: Mein Flug geht bereits am Freitag vom FMO aus nach Frankfurt, von wo aus ich nach Washington und von dort aus zum Columbia Metropolitan Airport fliege.
Nach meiner Nominierung ging das große Warten wieder los. Es kamen einige Briefe von der Austauschorganisation (Partnership International, P.I.), wegen einiger Formalitäten, einem Zubringerflug nach Frankfurt sowie dem Seminar in Würzburg.
In Würzburg, wo wir ein Woche lang vom 1.6. bis zum 8.6. ge"coach"t wurden, wurden wir von 5 ehrenamtlichen P.I.-Mitarbeitern begrüßt und die insgesamt 56 PPPler wurden in 2 Gruppen eingeteilt. Am Tag wurden dann 3-4 Vorträge gehalten; über Verfassungsgeschichte bis zum Organisatorischen wurde eigentlich alles besprochen, was für den Austausch wichtig werden könnte. Zum Schluss haben wir noch mit einigen ehemaligen PPPlern gesprochen, die uns zu einem Grillabend besuchten.
Kurz nachdem ich wieder Zuhause angekommen war, kamen dann auch die Unterlagen für die Beantragung des Visums. Der größte Teil wird via Internet erledigt, wobei das Beantworten der unterschiedlichen Fragen (zu deren Sinn ich nichts sagen möchte) relativ viel Zeit in Anspruch nimmt. Mein Termin war dann letztendlich am 25. Juli im Konsulat (!) in Berlin. Ich bin zusammen mit meinen Eltern schon am Vortag im Zug angereist, damit wir den Termin auch nicht aufgrund der berühmten Pünktlichkeit der Bahn verpassen. Die Botschaft in Berlin ist ja bekanntlich am Pariser Platz, den hatten wir am Abend schon "erkundet". Wir sitzen am Morgen des Termins vor der Botschaft, 5 Minuten vor meinem Termin versuche ich in die Botschaft zu kommen - Pustekuchen. Der nette Sicherheitsmann drückte mir einen U-Bahn-Plan in die Hand, und sagte mir, ich sei am falschen Platz, ich müsse zum Konsulat, das sich 25 Taximinuten entfernt in Berlin-Zehlendorf befindet. Rechtzeitig waren wir nicht mehr dort, aber früh genug um nicht abgewiesen zu werden. Das Visumsgespräch verlief unkompliziert, der Konsulatsmitarbeiter sprach sehr gut Deutsch, nur mit dem Wort "Ibbenbüren" hatte er Probleme.
Seit dem 1. Februar habe ich nun bis heute auf meine Gastfamilie gewartet. Heute Morgen kam dann die "erlösende" E-Mail, meine Gastfamilie wohnt in einem Vorort von Columbia, der Hauptstadt des Staates South Carolina. Genaueres weiß ich noch nicht über sie, ich halte Sie, Frau Vogler, auf dem Laufenden. Gastgeschenke musste ich heute Morgen schon (notgedrungen, der Flug geht am Freitag) besorgen. Zu Guter Letzt möchte ich Ihnen noch einmal für meine Nominierung und für diese tolle Chance danken. Ich werde Sie weiterhin über die Lage der Ereignisse auf dem Laufenden halten.
Mit freundlichen Grüßen Sven Attermeyer
Jacob Saghi berichtet über seine Zeit in Deutschland
Seit September 2011 lebt der amerikanische Schüler Jacob Saghi bei seiner Gastfamilie in Greven. Im Rahmen des Parlamentarische Patenschafts-Programm - kurz PPP genannt hat Kathrin Vogler MdB die Patenschaft für Jacob übernommen.
Jacob kam mit nur sehr wenigen Sprachkenntnissen nach Deutschland und hatte den Wunsch geäußert, zunächst einmal seine Deutschkenntnisse zu verbessern,um dann ein gutes Gespräch mit Kathrin Vogler führen zu können.
Dieses fand nun im Wahlkreisbüro von Kathrin Vogler in Emsdetten statt. Jacob kam in Begleitung seiner Gastmutter Frau Worrmann und berichtete in fließendem Deutsch von seinem Leben und seinen Erlebnissen bisher in unserem Land. Er besucht das Gymnasium in Greven und hat hier einige Freunde gefunden. Musikalisch ist er sehr aktiv, er spielt vier Musikinstrumente und möchte sich auch beruflich in diese Richtung entwickeln.
Kathrin Vogler berichtete ihm über ihre Tätigkeit als Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Auch die aktuelle Politik, wie etwa die Präsidentenwahl in USA und in Deutschland war ein Thema des Gesprächs.
Frau Worrmann erhielt das offizielle Parlamentsbuch dieser Wahlperiode als kleines Dankeschön für die Bereitschaft, an diesem Patenschaftsprojekt teilzunehmen. Jacob wird noch bis Juni in Greven leben und dann ganz sicher mit vielen neuen Eindrücken in die USA zurückkehren.