8. Dezember 2015 Pressemitteilung Kathrin Vogler, MdB

Anstieg der Kassenausgaben für Krankengeld darf nicht zu Leistungskürzungen für die Betroffenen führen

„Bezieher von Krankengeld dürfen nicht noch weiter unter Druck gesetzt werden, nur weil die Ausgaben für Krankengeld erstmals über zehn Milliarden Euro gestiegen sind. Panikmache ist nicht angebracht, in den neunziger Jahren war der relative Anteil des Krankengelds an den Gesamtausgaben deutlich höher als heute, schließlich erhalten die Kassen 2016 weit über 200 Milliarden Euro“ kommentiert Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion DIE LINKE, das Sondergutachten des Sachverständigenrats zur Steuerung des Krankengelds. Vogler weiter:

„Empfehlungen des Sachverständigenrates, Menschen im Krankengeldbezug schneller in Rente oder zum Jobcenter abzuschieben, um Kosten in der gesetzlichen Krankenkasse zu sparen, weise ich entschieden zurück. Krankengeld ist ein verbriefter gesetzlicher Anspruch. Daran darf nicht gerüttelt werden.

Statt Patientinnen und Patienten noch mehr unter Druck zu setzen, sollte ihnen besser geholfen werden. Wenn die Bundesregierung endlich eine vernünftige Bedarfsplanung auf den Weg bringt, die Versorgung bei psychischen Erkrankungen verbessert und Wartezeiten auf Psychotherapien verringert, könnte schon ein beträchtlicher Teil des Krankengelds eingespart werden. Insbesondere auch für Skeletterkrankungen brauchen wir mehr und wirksamere Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsförderung auch in Betrieben.

Ich warne auch die Kassen davor, Krankengeldbezug wegen kleiner formaler Fehler zu verweigern. Im ‚Monitor Patientenberatung 2015‘ der ‚Unabhängigen Patientenberatung Deutschland‘ tauchten aber Beschwerden genau dazu am allermeisten auf.“