10. Dezember 2015 Pressemitteilung Kathrin Vogler, MdB

Arzneimittelpreise auf ein erträgliches Maß senken

„Die bisherigen Versuche, die Preise von neuen Arzneimitteln auf ein erträgliches Maß zu senken, sind gescheitert. Sie haben nicht nur ihr Ziel der Ausgabenreduktion verfehlt, sondern auch die Erpressbarkeit des Solidarsystems durch die Industrie bei Innovationen nicht verringert“, kommentiert Kathrin Vogler, Sprecherin für Arzneimittelpolitik und Patientenrechte der Fraktion DIE LINKE, zum Arzneimittelreport 2015 der Barmer GEK. Vogler weiter:

„Deutschland gehört nach wie vor zu den Ländern mit den höchsten Arzneimittelpreisen. Der im Report festgestellte Ausgabenzuwachs von neun Prozent innerhalb eines Jahres spricht eine deutliche Sprache und erfordert eine deutliche Antwort. Die Preisverhandlungen hinter verschlossenen Türen waren der falsche Weg und  gehören ersetzt durch eine transparente behördliche Preisfestsetzung. Die Preise müssen den Nutzen für die Patientinnen und Patienten berücksichtigen, aber auch in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten für Forschung und Entwicklung stehen.

Im gerade stattfindenden Pharmadialog zwischen Bundesregierung und Pharmaindustrie werden trotz der aktuellen Probleme eher die Weichen für weitere Geschenke an die Industrie gestellt. Die Entscheidung von Schwarz-Rot, ältere Arzneimittel von der Nutzenbewertung auszunehmen, hat das ohnehin schon stumpfe Schwert noch stumpfer gemacht. Es ist höchste Zeit, es zu schärfen – oder auf modernere Instrumente gegen zu teure oder sinnlose Arzneimittel umzusteigen.“