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Kathrin Vogler mit den Schülerinnen und Schülern der Don Bosco-Schule Recke am 14. Juni im Deutschen Bundestag, Berlin.

Lasst Euch nicht beirren und traut Euch was!

Kathrin Vogler im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Don Bosco-Schule Recke.

Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe Eins der Don Bosco-Schule in Recke besuchte diese Woche Berlin und verbrachte auch einige Stunden im Bundestag. Kathrin Vogler, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE. für den Wahlkreis Steinfurt III, begrüßte sie dort und beantwortete eine Stunde lang die Fragen der munteren Gruppe.

Eine Gruppe Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe Eins der Don Bosco-Schule in Recke besuchte diese Woche Berlin und verbrachte auch einige Stunden im Bundestag. Kathrin Vogler, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE. für den Wahlkreis Steinfurt III, begrüßte sie dort und beantwortete eine Stunde lang die Fragen der munteren Gruppe.

In einer ersten Vorstellungsrunde beschrieb Frau Vogler ihre Aufgaben als gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion und als Obfrau des Unterausschuss Zivile Krisenprävention: „Ich setze mich für eine gute und gerechte Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger und, mein zweiter Arbeitsbereich, für eine Politik die ohne Waffen und Krieg auskommt, ein.“

Eine Schülerin erkundigte sich, was aktuell im Bundestag diskutiert wird, ob z.B. das Thema „Flüchtlinge“ noch in der Debatte sei. Sie berichtete von Freunden aus dem Kosovo, die lange Zeit in Deutschland lebten und vor einigen Monaten nachts abgeholt und abgeschoben worden seien. Frau Vogler war dieser Vorgang auch bekannt. Sie hatte damals in einem Schreiben an die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gegen dieses Vorgehen protestiert.

Für die SchülerInnen war es unverständlich, warum Menschen vom Balkan, die seit vielen Jahren in Deutschland leben, ausgewiesen werden; gerade Ashkali und Roma müssten in ihren Heimatländern immer noch unter schlimmsten Bedingungen leben.

Zum Thema „Ungerechtigkeit“ erzählten die BesucherInnen auch eigene Erfahrungen. Es sei zum Beispiel nicht fair, dass FörderschülerInnen schlechtere Ausbildungs- und Arbeitsperspektiven hätten als HauptschülerInnen. Es sei für alle schwierig, den Anforderungen in Berufsschulen und am Arbeitsplatz gerecht zu werden und es wäre wünschenswert, dass alle Jugendlichen ohne Vorurteile und nach ihrer jeweiligen Begabung unterstützt werden. Ein Anspruch, den Frau Vogler nicht nur unterstützte, sondern auch noch um die Forderung ergänzte, dass Betriebe, die sich weigerten, Menschen mit Behinderung einzustellen, noch viel stärker zur Kasse gebeten werden sollten.

Im Anschluss folgte noch mal eine Fragerunde zu den Aufgaben des Parlaments als Gesetzgeber und Frau Vogler antwortete: „Es gibt ständig neue Gesetze oder auch Gesetzesänderungen, aber die wecken nicht immer so viel Interesse, wenn etwa neue Bestimmungen für Sportbootfahrer oder Jäger verabschiedet werden.“ Als ein Schüler fragte, was im Bereich Landwirtschaft gerade erörtert wird, mussten alle kurz überlegen … „ah ja, der Milchpreis“ und die Debatte über das Töten männlicher Eintagsküken als Verstoß gegen den Tierschutz.

In einer (nicht) ganz jugendgemäßen Diskussion befasste man sich auch noch mit der aktuellen Drogenpolitik und war sich einig, dass Alkohol und Zigaretten viel gefährlicher sind als Marihuana. Auch Frau Vogler setzt sich für die Legalisierung auch aus medizinischen Gründen ein, und weil eine Freigabe von Marihuana die gesellschaftliche Aufklärung und Aufsicht erleichtern würde. Das zitierwürdige Resümee einer Schülerin: „Du sollst die Shisha rauchen, und nicht sie dich.“

Eine weitere Frage bewegte die SchülerInnen: „Wie kann ich mich in Bundestagsdebatten einmischen“? Frau Vogler erklärte das in unserer Verfassung verankerte Petitionsrecht anhand des Beispiels „Abschaffung der Hartz IV-Sanktionen“; für diese Petition mussten zunächst die erforderlichen 60.000 Unterschriften gesammelt werden, dann hatten die Initiatoren Gelegenheit, in einer Anhörung und vor der Presse ihren Standpunkt klar zu machen.

Mitspracherecht ist wichtig, auch im Parlament, wo man sich oft über Themen streitet, gerade eben auch mit der Opposition, das sei eine sehr wichtige Aufgabe, betonte Frau Vogler: „Eine Diktatur oder eine Monarchie haben zwar auch ‚Regierungen‘, aber eine Opposition im Parlament - die gibt es nur in einer Demokratie.“ Das Thema Meinungsfreiheit beschäftigte die SchülerInnen weiter: Alle waren sich einig, dass jeder sagen kann, was er will, aber immer mit Respekt und ohne Beschimpfungen oder Beleidigungen. Es sei zwar einfacher, seine Ansichten in der Anonymität der Sozialen Netzwerke kund zu tun, aber man sollte sich überlegen, wie es wäre, wenn man das Gleiche „im richtigen Leben“ zu jemandem sagt; da gaben nur zwei der Jugendlichen zu, dass sie auch keine Probleme damit haben, offen zu sagen, was sie denken.

Es war ein interessantes Gespräch und offenbar auch ein beeindruckendes Erlebnis, den Bundestag „von innen und in echt“ zu sehen: Zwei SchülerInnen erkundigten sich am Schluss sogar, ob sie hier ein Praktikum machen können. Das ist möglich. Zum Beispiel in den Ferien können interessierte Jugendliche zwei Wochen lang das Parlament und die Arbeit der Abgeordneten erkunden – wer sich dafür interessiert, schaut hier nach. Für das laufende Jahr sind zwar schon alle Plätze vergeben, aber die Nachricht an die SchülerInnen der Don Bosco-Schule war klar: Bleibt dran, lasst Euch nicht beirren, traut Euch was und nutzt jede Chance, die sich Euch bietet!


Jeder Bundestagsabgeordnete hat die Möglichkeit, Besuchergruppen nach Berlin einzuladen.

Die Fahrten, finanziert und durchgeführt durch das Bundespresse- und Informationsamt, dienen der politischen Bildung aller Bürgerinnen und Bürger; es stehen je nach Themenauswahl Besuche und Besichtigungen verschiedener Institutionen, Museen oder Einrichtungen auf dem Plan.

Wenn es sich einrichten läßt, ist auch ein Besuch im Reichstagsgebäude und ein Gespräch mit mir möglich.

Wer Interesse an solch einer Besuchsfahrt hat, der wendet sich einfach an mein Wahlkreisbüro in Emsdetten.

Ich wünsche Euch viel Spaß und gutes Gelingen!

Eure / Ihre Kathrin Vogler