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Erfahrungsbericht 2017

04. Juli 2017
Kathrin Vogler Katarina Lavric

1. Einleitung

Meine IPS Geschichte hat vor langer Zeit an der Universität Ljubljana angefangen, als mir mein Deutschprofessor das Praktikum empfohlen hat. Letztes Jahr war es so weit; ich habe mein Masterstudium in Politik und Verwaltung sehr erfolgreich abgeschlossen und habe mich um das IPS beworben. Zum Auswahlgespräch bin ich nach Zagreb gefahren und meine Auswahlkommission war sehr nett, vor allem Herr Jörn Wunderlich. Als die E-Mail gekommen ist, dass ich ausgewählt wurde, habe ich mich darüber sehr gefreut. Die guten Nachrichten haben damit aber nicht aufgehört. Am Anfang des Praktikums habe ich erfahren, dass ich bei der Bundestagsfraktion DIE LINKE arbeiten werde und mit dieser Zuteilung war ich ebenso sehr zufrieden. Wie genau mein IPS Praktikum im Abgeordnetenbüro Kathrin Vogler, aussah, werde ich in diesem Erfahrungsbericht beschreiben. Ich werde erstens davon berichten was meine Bürotätigkeiten waren und wie ich gelernt habe, wie man das Abgeordnetenbüro leitet. Zweitens, werde ich meine wissenschaftlichen Mitarbeit Tätigkeiten widerspiegeln. In den Sitzungswochen habe ich zusammen mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen gearbeitet und am Ausschuss für Gesundheit und Unterausschuss für Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln teilgenommen. Besonders interessant waren die Fraktionssitzungen, bei welchen man nicht nur die Fraktion kennenlernte, sondern sich auch sprachlich weiterbilden konnte. Es waren aber die Nichtsitzungswochen in denen die meiste Arbeit geleistet wurde. Drittens, werde ich meine Wahlkreisreiseerfahrung darstellen und am Schluss folgt noch die Zusammenfassung.

2. Bürotätigkeiten

Am Anfang des Praktikums habe ich von unserer Büroleiterin Frau Scheller eine zweiwöchige Einarbeitung darin bekommen, wie man ein Abgeordnetenbüro leitet. Angefangen hat es mit der Postabholung, Postsortierung und E-Mailkommunikation. Das sind alles sehr wichtige Aufgaben, weil man einschätzen können muss, welche Briefe und E-Mails für die Abgeordnete aus ihren Politikbereichen wichtig sind und welche nicht, welche Veranstaltungen es für sie zu besuchen lohnt, welche Interviewanfragen aus parteipolitischen Zwecken zu verabreden sind, usw. Weiter habe ich gelernt, wie man mit den Terminanfragen umgeht und wie man sie mit der Abgeordneten klärt und danach organisiert. Ebenso wurde mir beigebracht, wie man eine Büroklausur durchführt, was die Zuständigkeiten des Wahlkreisbüros und dessen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind, wie man die Kommunikation zwischen den Büros aufrechterhält, die Büromaterialbestellung und noch mehr. Ich wurde von Frau Scheller zu dem Maße angelernt, dass ich sie während ihrer zweiwöchigen Abwesenheit vertreten durfte. Ein sehr bedeutender Teil der Arbeit war ebenso die Pressearbeit. Man muss die Internetseite der Abgeordnete regelmäßig pflegen - dazu gehört insbesondere das Einstellen von Pressemitteilungen und Presseberichten. Meine theoretischen Kenntnisse darüber habe ich während des Praktikums in die praktischen Erfahrungen umwandeln können, indem ich verschiedene Pressemitteilungen geschrieben habe, unter anderem über die Protestaktion gegen die Autobahnprivatisierung.

3. Wissenschaftliche Mitarbeit

Meine Abgeordnete Kathrin Vogler ist, wie schon oben erwähnt, in einem Ausschuss und in einem Unterausschuss tätig, die verschiedene Politikbereiche abdecken. Deshalb hat sie für jedes Thema einen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Siegfried Dierke ist für die Gesundheitspolitik und Marek Voigt für die Friedenspolitik zuständig. Ich habe die Möglichkeit gehabt in beiden Bereichen tätig zu werden und die Chance habe ich gerne genutzt. Unter Betreuung des jeweiligen Mitarbeiters habe ich neben den üblichen wissenschaftlichen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Arbeitsgruppe- und Arbeitskreis-Arbeit, an verschiedenen politischen und verwaltungsmäßigen Angelegenheiten gearbeitet. 

Im friedenspolitischen Bereich habe ich am Treffen des Beirats Zivile Krisenprävention teilgenommen. Während meiner Praktikumszeit in Frau Voglers Büro hat der Beirat über die neuen Leitlinien für das internationale Krisenmanagement der Bundesregierung diskutiert.  Ich habe für Frau Vogler das Briefing zum Thema „EU Militarisierung“ vorbereitet und ebenso mitverfolgt, was mit ihrer initiierten Kleinen Anfrage zum Thema „Situation der Zivilbevölkerung in Mossul“ passierte und gelernt, wie man die darauf folgende Antwort der Bundesregierung für die Pressearbeit verwenden kann.

Der gesundheitliche Bereich war für mich deshalb sehr interessant, weil ich mit dem Thema nicht sehr verwandt war. Herr Dierke hat mir das deutsche Gesundheitssystem und die Gesundheitspolitik erklärt, aber vor allem die gesundheitlichen Bereiche in welchen Frau Vogler tätig ist. Zu denen gehören zum Beispiel Arzneimittelpreise, Arzneimittelschädigungen, Sterbehilfe, Korruption und Transparenz, usw. Er hat mir auch gezeigt, wie man den Pressespiegel verarbeitet und zusammenfasst. Da ich eine lernbereite Person bin und die Betreuung durch Herrn Dierke ausgezeichnet war, konnte ich in dem Gebiet auch arbeiten. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich an das Bundesministerium für Gesundheit eine Schriftliche Frage gestellt habe. Unser Büro hat weit über 100 Protestschreiben von Psychotherapeut*innen bekommen, die sich über den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Bewertung der neuen Leistungen, wie zum Beispiel, der psychotherapeutischen Sprechstunde, beschwert haben. Darauf wollte ich reagieren und den Wählern besonders in der Zeit vor Landtagwahlen und Bundestagwahlen zeigen, dass man sich für sie einsetzt. Durch Beantwortung der Beschwerdebriefe und Beschwerdeemails habe ich gelernt, wie man mit Bürgerinnen und Bürgern kommuniziert, bzw. wie man eine Antwort darauf vorbereitet. Frau Vogler ist gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag und für Verbände, Bürgerinnen und Bürger etc. oft die erste Anlaufstelle für die Wahlprüfsteinfragen. Als verantwortungsvolles Abgeordnetenbüro haben wir darauf reagiert, dafür ist die Arbeit mit den Referenten unvermeidbar. Durch Beantwortung dieser Fragen habe ich erfahren, wie die Kommunikation innerhalb einer Fraktion funktioniert, heißt zwischen allen Akteuren, die an der Arbeit einer Fraktion beteiligt sind (Abgeordnete aus verschiedenen Politikbereichen, Referenten und anderen Fraktionsangestellten). Zusammen mit Herrn Dierke und gesundheitspolitischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Fraktion DIE LINKE haben wir die Veranstaltung „Arzneimittel als öffentliches Interesse – kurze und lange Wege aus der Kommerzfalle“, die am 28. Juni 2017 stattfindet, organisiert. Dabei war ich unter anderem für den Einladungstext, Save-the-Date E-Mail, Referentenliste und E-Mailverschicken für die Einladung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zuständig. Was ich durch die wissenschaftliche Mitarbeit vor allem aber gelernt habe, ist, wie die Gesetzgebungsprozesse in Praxis aussehen und über welche Instrumente eine Oppositionspartei verfügt, um die Regierung zu kontrollieren. 

4. Wahlkreisreise

Vom 21. bis 23. April 2017 hat meine Wahlkreisreise nach Emsdetten in Nordrhein-Westfalen stattgefunden. Hier hatte ich die Möglichkeit die Arbeit einer Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis kennenzulernen und mich mit den Wahlkreiskollegen auszutauschen. Auch hatte ich die Möglichkeit, Frau Vogler zu einer Podiumsdiskussion „Zukunft der Pflegepolitik“ in Essen zu begleiten und sehr viel über die Pflegepolitik und wie alle Parteien dazu stehen, zu lernen. Dazu habe ich auch eine Pressemitteilung geschrieben. Außerdem habe ich erfahren, wie man auf lokaler Ebene Politik macht und wie man Kontakt zu Bürger*innen hält.        

5. Zusammenfassung

Das Praktikum im Abgeordnetenbüro war eine bereichernde, einzigartige und wunderschöne Erfahrung. Das alles habe ich der ausgezeichneten Betreuung meiner Abgeordneten Kathrin Vogler, der Büroleiterin Anita Scheller und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Marek Voigt und Siegfried Dierke zu verdanken. Mein großer Dank geht auch an alle Mitarbeiter der linken Abgeordneten und Referenten aus dem Gesundheitsbereich, die mir ebenso vieles beigebracht haben. Ich wurde sehr gut aufgenommen und entsprechend ausgebildet, damit haben sich meine hohen Erwartungen an die Fraktion DIE LINKE. erfüllt. Ich wurde im Abgeordnetenbüro ernst genommen und mir wurden meiner Ausbildung entsprechend die herausfordernden Aufgaben zugeteilt.

 

Berlin, der 16.06.2017

Katarina Lavric

IPS Stipendiatin aus Slowenien

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