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Combatants for Peace - Den Hass überwinden

Am Donnerstag, 22.11., traf sich Kathrin Vogler gemeinsam mit einigen Fraktionskolleg*innen und Abgeordnetenkolleg*innen von der SPD, zu einem Fachgespräch mit Aktivist*innen der israelisch-palästinensischen Friedensorganisation "Combatants for Peace" (CfP). Die Organisation wurde im Jahr 2006 von ehemaligen israelischen Soldat*innen und palästinensischen Widerstandskämpfer*innen gegründet und war 2018 für den Friedensnobelpreis nominiert. In "Combatants for Peace" engagieren sich Juden, Christen und Muslime, die sich den Prinzipien der Gewaltfreiheit und Menschlichkeit verpflichtet haben, für Solidarität und Partnerschaft zwischen israelischen und palästinensischen Menschen.

 

Combatants for Peace - Es gibt einen anderen Weg

Tuly Flint (auf dem Foto an der rechten Tischseite, zweiter von links) wurde 1967 geboren und war zuletzt als Kommandeur in der israelischen Armee. Im letzten Gaza-Krieg hat er die Armee verlassen, studierte Sozialarbeit und spezialisierte sich auf Trauma-Arbeit. Er stieß in Tel Aviv auf die CfP und ist inzwischen Koordinator der Organisation in Israel. Mohammed Aweida, geb. 1971 in Ost-Jerusalem/Silwan (links neben Tuly), ist als Sozialarbeiter bei der Stadtverwaltung in Ost-Jerusalem angestellt und war während der beiden Intifadas im palästinensischen Wiederstand aktiv. Er engagiert sich inzwischen seit 12 Jahren bei den Combatants for Peace und ist deren palästinensischer Koordinator.

Die Distanz überwinden

Die CfP sind in Kerngruppen von ca. 30 Aktiven organisiert und in allen größeren Städten in Israel/Palästina zu finden; außerdem gibt es eine Frauen- und eine Theatergruppe. Letztere führt zum Beispiel Straßentheater direkt an den Checkpoints auf. Die einzelnen Gliederungen arbeiten oft in israelisch-palästinensische Städtepartnerschaften und können für lokale Aktionen bis zu 1.500 und landesweit bis zu 10.000 Unterstützer*innen aktivieren. Jede dieser Gruppen arbeitet selbstständig, organisiert eigene Projekte, Demos, Protestaktionen. Die Aktiven helfen aber auch beim Wiederaufbau von Schulen und Kindergärten usw. oder organisieren Besuchstouren in die palästinensischen Gebiete. So soll den israelischen Menschen die Lebenswirklichkeit der palästinensischen Bevölkerung unter den Bedingungen der Besatzung näher gebracht werden. Das Engagement der Combatants for Peace ist beeindruckend, insbesondere wenn man bedenkt, dass fast jede*r Mensch in Israel/Palästina mit den Traumata des Krieges leben muss.

Das dritte Narrativ

Tuly und Mohammed schlagen vor, die israelische und palästinensische Perspektive, aus der jeder und jede in der Konfliktregion seine eigene Geschichte mit eigenen, vom inzwischen seit Jahrzehnten dauernden Konflikt geprägten Erinnerungen und Wahrnehmungen lebt, um ein „drittes Narrativ“ zu ergänzen: ein Narrativ des friedlichen Zusammenlebens.

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