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Der Beginn des atomaren Wettrüstens ...

Ein Kommentar von Kathrin Vogler zum Jahrestag des ersten sowjetischen Atombombentests.

Am 29. August 1949, vier Jahre nachdem die US-Regierung Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki werfen ließ, führte die Sowjetunion ihren ersten Atomtest durch. Im Herbst 1949 erfuhr die amerikanische Bevölkerung davon und das Bulletin of the Atomic Scientists schrieb: "Wir wollen die Amerikaner nicht mit Aussagen verunsichern, dass der Weltuntergang nahe ist ... Aber angesichts der aktuellen Entwicklungen dürfte bei ihnen tiefe Beunruhigung vorherrschen." Seit nunmehr 70 Jahre...n ist die Menschheit der tiefen Beunruhigung eines drohenden Atomkrieges ausgesetzt. Was hat sie daraus gelernt? Weltweit besitzen neun Atommächte immer noch fast 14.000 Atomsprengköpfe und das Scheitern des INF-Vertrages Anfang 2019 wirkte auf die US-amerikanischen und russischen Militärs wie ein Startschuss, die Entwicklung noch gefährlicherer Atomwaffen voranzutreiben. Aber seit 2017 gibt es den UN-Atomwaffenverbotsvertrag, mit dem dieser Wahnsinn beendet werden kann: 23 Staaten haben den Vertrag bisher ratifiziert, 50 sind notwendig, damit er in Kraft tritt. In Deutschland appellieren aktuell 46 Städte und Gemeinden, zwei Landkreise und, als erstes Bundesland, Rheinland-Pfalz an die Bundesregierung, dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Wir werden auch nach sieben Jahrzehnten noch eine Menge politischen Druck benötigen, bis die tiefe Beunruhigung irgendwann einer großen Erleichterung weicht, weil alle Atomwaffen weltweit verschrottet sind, aber ein Anfang ist gemacht. Abrüsten statt aufrüsten und Atomwaffen abschaffen!

 


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Kathrin Vogler