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von JuPa Teilnehmerin Anne

Erfahrungsbericht Jugend und Parlament 2018 - Teil 2

Vom 23. bis zum 26. Juni 2018 nahm ich gemeinsam mit ungefähr 330 anderen Jugendlich an dem Planspiel „Jugend und Parlament“ teil. In diesem geht es darum jungen Menschen die Arbeit im Parlament näher zu bringen, indem wir fiktive Gesetzentwürfe beraten und beschließen konnten. Zuvor wurde jeder einer fiktiven Partei zugeordnet, der BP, der konservativen „Bewahrungspartei", der GP, der „Gerechtigkeitspartei" oder wie ich der PEV, der „Partei für Engagement und Verantwortung“. So konnte es passieren, dass man in den Ausschüssen gegen den Widerstand eines JU'lers versuchen musste, Auslandseinsätze der Bundeswehr zu beschließen. Merkwürdiges Gefühl. Der Großteil der Arbeit in den Ausschüssen gestaltete sich sehr konstruktiv und dadurch auch interessant, wenn auch anstrengend, dies gab einem aber das Gefühl ein wenig in das Leben einer Parlamentarierin zu schlüpfen. Wenig Schlaf, viele Termine in den Gebäuden um den deutschen Bundestag (deren Tunnel und Flure die meisten von uns auch nach vier Tagen nicht einmal im Ansatz verstanden hatten) und die teilweise heftige Auseinandersetzung in inhaltlichen Fragen.

Zu diesen Diskussionen gab es auch genug Anlässe, die Gesetzesvorschläge waren neben dem Bundeswehrmandat an dem ich im Entwicklungsausschuss mitgewirkte, eine Änderung des Grundgesetzes um gewisse Aspekte der direkten Demokratie einzuführen, die Schaffung eines Pfandsystems für Kaffee-to-go Becher und die Anonymisierung persönlicher Angaben bei Bewerbungen im öffentlichen Dienst. Aber auch am Rande der Gesetzesvorschläge entbrannten immer wieder Diskussionen, ob es um aktuelle Politik ging, oder auch um ganz grundsätzliche Einstellungen. Abgesehen von den tollen Erfahrungen im Planspiel selber und der abschließenden Debatte im Plenarsaal, war das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen von Kathrin Vogler sehr interessant, das einem viele Blicke hinter die Kulissen gegeben hat und einen Einblick in eine Seite der Arbeit im Bundestag gewährte, von der man sonst oft nicht viel mitbekommt. Ein weiterer Höhepunkt war dann das Gespräch mit Kathrin, die uns viel aus ihren persönlichen Erfahrungen berichtet hat und uns Orte gezeigt hat, zu denen ich als normale Bürgerin keinen Zutritt hätte (zum Beispiel der Garten der deutschen parlamentarischen Gesellschaft, man geht durch gefühlt hundert Flure und landet dann mitten im vollgebauten Regierungsviertel in einem ruhigen Garten).

Insgesamt waren es vier tolle, spannende Tage, mit vielen Gesprächen über Parteigrenzen hinweg, der Möglichkeit Genossinnen und Genossen aus ganz Deutschland kennenzulernen und erste Eindrücke von der Arbeit im Bundestag zu sammeln.


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