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Friedensnobelpreis für Nadia Murad und Denis Mukwege - Respektbezeugung gegenüber den Opfern sexualisierter Gewalt

Kathrin Vogler, friedenspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, zum Friedensnobelpreis für Nadia Murad und Denis Mukwege: „Die Nobelpreis-Auszeichnung für Nadia Murad und Denis Mukwege ist eine stille Respektbezeugung gegenüber den Hunderttausenden, die in den aktuellen  Krisen und Kriegen zu Opfern sexualisierter Gewalt wurden und immer noch werden und ebenso eine schallende Anklage gegen die Unmenschlichkeit des Krieges.“

Kathrin Vogler begrüßt die Entscheidung des Nobelpreis-Komittees, der jesidischen Aktivistin Nadia Murad und dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege den diesjährigen Friedensnobelpreis zu verleihen: „Mit dieser Ehrung wird das Engagement zweier Menschen gewürdigt, die sexualisierte Kriegsgewalt öffentlich anprangern und sich für die Opfer dieser verachtenswerten Kriegswaffe einsetzen.“

Systematische Vergewaltigungen im Krieg werden gezielt als Waffe eingesetzt, um Menschen und ganze Gemeinschaften zu zerstören. Sie erfüllen völkerrechtlich den Tatbestand des Genozids und werden als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt. Aber die schwer verletzten, traumatisierten, gedemütigten und beschämten Opfer können, wenn sie überleben, in den Kriegsgebieten kaum betreut werden und oft sehen sie sich in ihren Gemeinschaften sogar mit Stigmatisierungen und Ausgrenzungen konfrontiert.

Nadia Murad, die im Irak über Monate selbst Gefangene von IS-Terroristen war, kämpft heute als UN-Sonderbotschafterin für die Opfer sexualisierter Kriegsgewalt und darum, dass sexualisierte Gewalt als Kriegsverbrechen gesellschaftlich und politisch wahrgenommen und geahndet wird. Der Arzt Denis Mukwege, weltweit führender Spezialist für die medizinische und psychologische Betreuung von Opfern sexualisierter Kriegsgewalt, sieht eine seiner Hauptaufgaben darin, die betroffenen Menschen dazu zu ermutigen, nicht zu schweigen, ihr Leid in der Solidarität mit anderen Opfern zu teilen und selbst aktiv zu werden gegen Krieg und Gewalt.

Kathrin Vogler: „Diese beiden Menschen, die selbst Kriegsopfer sind und großes persönliches Leid erfahren haben, setzen sich heute dafür ein, dass über sexualisierte  Gewalt im Krieg nicht mehr geschwiegen wird. Sie leisten vielen Opfern konkrete Hilfe und engagieren sich dafür, dass die Täter vor internationalen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Friedensnobelpreis für Nadia Murad und Denis Mukwege ist eine stille Respektbezeugung gegenüber den Hunderttausenden, die in den aktuellen Krisen und Kriegen zu Opfern sexualisierter Gewalt wurden und immer noch werden und ebenso eine schallende Anklage gegen die Unmenschlichkeit des Krieges.“

 


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