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Für die Entwaffnung von Rheinmetall! Südafrikanische Aktivist*innen besuchen Kathrin Vogler im Bundestag.

Kathrin Vogler, Friedenspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, begrüßte heute Rhoda-Ann Bazier, seit 2001 ANC-Stadträtin in Kapstadt/Südafrika, und Thomas Siepelmeyer aus Kapstadt/Münster, zu einem Informationsaustausch in Berlin.

Zu Frau Baziers Wahlkreis in Kapstadt gehört der Stadtteil Makassar, in dem eines der fünf südafrikanischen Rheinmetall-Joint Ventures, Rheinmetall Denel Munition (RDM), seinen Sitz hat. RDM gehört zu 51 Prozent dem deutschen Waffenhersteller Rheinmetall und produziert in Kapstadt Handgranaten, Schießpulver, chemische Waffen und Raketen. Vor fast genau einem Jahr, am 3. September 2018, kam es im Munitionsdepot des Werks zu einer großen Explosion, bei der acht Personen starben und viele weitere zum Teil schwer verletzt wurden. Bis heute gibt es von Seiten der Rheinmetall-Verantwortlichen keine Informationen über die Ursachen der Explosion und keine angemessene Entschädigungsregelung für die Opfer.

Rhoda-Ann Bazier und Thomas Siepelmeyer engagieren sich im Alternative Information & Development Center (AIDC) in Kapstadt, das in einer internationalen Kampagne nicht nur die Opfer des Explosionsunglücks bei ihrem Kampf um Entschädigung unterstützt, sondern auch die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei RDM anklagt: 90 Prozent der Beschäftigten sind Leiharbeiter*innen, die ohne Arbeitsvertrag und Sozialversicherung unter gefährlichsten Bedingungen arbeiten: Bei der Munitionsproduktion werden viele Arbeiter*innen durch Chemikalien vergiftet; es kommt seit Jahren immer wieder zu Explosionen, bei denen Beschäftigte schwer verletzt werden und zum Beispiel Gliedmaßen verlieren.

Kathrin Vogler teilt die Betroffenheit und Empörung der beiden Aktivist*innen und unterstützt die Forderungen, die das AIDC aus diesen Missständen ableitet und über die Rhoda-Ann Bazier und Thomas Siepelmeyer zurzeit auf einer Rundreise durch Deutschland informieren: Die Menschen in Kapstadt fordern eine Stilllegung der Munitionsfabrik und den Umbau der Anlage in eine Produktionsstätte für alternative zivile Güter. Die von der Explosion betroffenen Gebiete und die durch die jahrzehntelange Munitionsproduktion vergifteten Liegenschaften sollen dekontaminiert und für eine öffentliche Nutzung umgewidmet werden.

Einig sind sich Kathrin Vogler, Rhoda-Ann Bazier und Thomas Siepelmeyer auch in ihrer Kritik an den Rüstungsexporten von RDM, insbesondere in die aktuellen Kriege auf der Arabischen Halbinsel. Kathrin Vogler: "Die Situation in Kapstadt verdeutlicht, wie destruktiv und schädlich Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte im Frieden wie im Krieg für die Menschen sind. Wir sind mit den südafrikanischen Aktivist*innen Teil einer internationalen Bewegung, die sich gegen die internationale Rüstungslobby stellt. Das macht Mut und das macht uns stärker."

Nach ihrer Teilnahme am Protestcamp am Rheinmetallstandort Unterlüß am vergangenen Wochenende und dem heutigen Besuch im Bundestag, werden Rhoda-Ann Bazier und Thomas Siepelmeyer am 12.09. um 16.30 Uhr eine Informationsveranstaltung im Stadtweinhaus/Rathaus in Münster durchführen.

Für weitere Informationen stehen Thomas Siepelmeyer (0170/8987914) und Kathrin Vogler gerne zur Verfügung.

 


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