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Lehrer*innen aus Münster zu Besuch im Bundestag

Letzten Donnerstag hatte Kathrin Vogler im Bundestag Besuch von 40 angehenden Geschichts-und Politiklehrer*innen aus Münster. Sie hatten im Sinne des „Kontroversitätsgebotes in Ausbildung und Unterricht“ um ein Treffen mit der friedenspolitischen Sprecherin der Linksfraktion gebeten, was durchaus verständlich ist, da ihre Studienfahrt in Kooperation mit Jugendoffizieren der Bundeswehr organisiert wurde ...

Diese „Serviceleistung“ für Lehramtsstudierende gehört inzwischen zum regelmäßigen Angebot der Bundeswehr, die Lehrer*innen, Referendar*innen sowie Schulleitungen und Schulbehörden zu ihren wichtigsten Multiplikator*innen zählt. Allein 2017 erreichten die Jugendoffiziere, der Werbetrupp der Bundeswehr, über 13.000 Pädagog*innen, um sie mit den Legitimierungserzählungen und Bedrohungskonstruktionen der militarisierten deutschen Außenpolitik vertraut zu machen. Dieser PR-Offensive entgegenzutreten, ist immer noch eine der wichtigsten Aufgaben der Friedensbewegung. Und auch Kathrin Vogler hatte das Anliegen, den zukünftigen Geschichts-und Politiklehrer*innen aus Münster in dem von ihnen gewünschten Gespräch zu „Perspektiven der deutschen Außen-und Sicherheitspolitik“ die Kontroversen aufzuzeigen, die die Linksfraktion mit der Regierungskoalition im Bereich Außen- und Militärpolitik austrägt.

Das Gespräch im Paul Löbe Haus dauerte eine Stunde und nach einer kurzen Beschreibung ihres Werdegangs und ihrer Arbeit im Bundestag eröffnete Kathrin Vogler die Diskussion. Das Themenspektrum reichte vom UN-Atomwaffenverbot, über die aktuelle Debatte um die Rüstungsexporte nach Saudi Arabien bis zu einer Einschätzung zur 70jährigen Geschichte der NATO. Eine längere Diskussion entspann sich über die Perspektiven für einen Frieden im Nahen Osten und die Rolle der deutschen Außenpolitik im Konflikt zwischen Palästina und Israel. Kathrin Vogler bekräftigte auch an dieser Stelle, dass Gewalt und Krieg keine Konflikte lösen. Die destruktive Nahost-Politik von US-Präsident Trump, die die Situation der Palästinenser*innen weiter verschärft und für die aktuelle Eskalation der Gewalt in Gaza mitverantwortlich sei, zeige, wie dringend notwendig eine diplomatische Initiative sei, die Israel und Palästina gleichberechtigt in Friedensverhandlungen einbindet. Sie bedauerte, dass der Bundestag diesen Konflikt weitgehend meidet; nur die Linksfraktion mache immer wieder Druck, die Bundesregierung solle sich für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina einsetzen.

Abschließend fragten die Teilnehmenden der Gesprächsrunde, welchen Einfluss die AfD auf das parlamentarische Geschehen im Bundestag hat. Kathrin Vogler beschrieb, dass oft zu beobachten sei, wie die anderen Parteien, so unterschiedlich die politischen Positionen sonst auch seien, sich gegenüber der AfD einig zeigten und dagegen hielten, wenn deren Abgeordnete versuchten, ihre Fremdenfeindlichkeit, Rückwärtsgewandtheit und Hetze über die Bundestagsdebatten in die Öffentlichkeit zu tragen. Allerdings, so Kathrin Vogler abschließend, kosteten diese Auseinandersetzungen mit der AfD auch viel Zeit, zulasten notwendiger Debatten über wichtige Themen und Probleme. Die Lehrer*innen aus Münster zeigten sich gut informiert, offen und interessiert; es bleibt zu hoffen, dass das Gespräch mit Kathrin Vogler sie motiviert hat, die Fragen zu Krieg und Frieden ebenso kritisch wie kontrovers mit ihren Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.

Foto: Dina Kukali

 


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