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Ökologie, Frieden und Gerechtigkeit

Kathrin Vogler im Interview mit der Zeitschrift "movum - Briefe zur Transformation", herausgegeben u.a. vom DGB, dem BUND, der Deutschen und den NaturFreunden Deutschlands über Aspekte der globalen Umweltzerstörung aus linker und friedenspolitischer Perspektive.

Welche Folgen hat die Globalisierung der Umweltzerstörung aus Ihrer Sicht für den Frieden?

Reden wir zuerst über Chancen: Immer mehr Menschen wissen, dass Erderwärmung, Artensterben, Verseuchung des Wassers und Zerstörung der Böden nicht an Staatsgrenzen halt machen und deswegen gemeinsam und solidarisch bekämpft werden müssen. Sie organisieren sich grenzüberschreitend und verstärken gemeinsam den Druck auf die Regierungen, endlich wirksam zu handeln. Dabei geraten sie logischerweise in Konflikt mit den Kräften, die im globalisierten Kapitalismus die reale Macht haben und von der Umweltzerstörung profitieren: den großen transnationalen Konzernen, den Banken und Börsen. Diese Auseinandersetzungen gewaltfrei zu führen und autoritäre Tendenzen zurückzudrängen, ist meiner Ansicht nach notwendig, um Ökologie, Frieden und Gerechtigkeit miteinander zu verbinden.

Wie stehen Sie zu dem Zwei-Prozent-Ziel des Verteidigungshaushaltes angesichts des hohen Investitionsbedarfs für den Klimaschutz?

Die geplante Verdoppelung des Rüstungshaushalts ist kein Beitrag zu mehr Sicherheit, sondern der verzweifelte Versuch der Reichen, ihre Privilegien gewaltsam abzusichern und ihre Interessen militärisch durchzusetzen. Angesichts des engen Zeitfensters und der drängenden Notwendigkeit, in allen Politik- und Lebensbereichen einen Aufbruch für mehr Klimagerechtigkeit zu initiieren, benötigen wir alle personellen, geistigen und finanziellen Ressourcen unserer Gesellschaft. Dazu kommt, dass Krieg immer mit schwerster Umweltzerstörung einher geht und  das Militär selbst einer der größten Klimakiller ist. Allein das US-Militär verbraucht mehr fossile Energieträger als ganz Afrika. Deswegen ist Aufrüstung und Kriegsvorbereitung auch unabhängig von den Kosten eine Gefahr für die menschliche Sicherheit.

Ist die Zunahme der Umweltflüchtlinge eine Gefahr für den Frieden?

Nicht die Flüchtenden, sondern diejenigen, die durch ihr wirtschaftliches und militärisches Handeln deren Lebensgrundlagen zerstören und sie zur Flucht zwingen, sind eine Gefahr für den Frieden. Wenn ganze Länder im Meer versinken oder fruchtbare Regionen versteppen, wird es zwangsläufig verstärkt zu Konflikten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen kommen. Wer Krieg und Hunger sät, wird Flüchtlinge ernten. Deswegen sagen wir als DIE LINKE: Klimaschutz, Stopp der Rüstungslieferungen und eine gerechtere Weltwirtschaft sind notwendig, um Fluchtursachen zu bekämpfen und das friedliche Zusammenleben auf einem lebenswerten Planeten zu ermöglichen.

Link zu movum

Foto: Klima-Camp am 7. Oktober 2019 in Berlin

 


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Kathrin Vogler