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Rendite vs. Ethik? Kathrin Vogler zur Markteinführung des „Unity-Tests“

Kathrin Vogler gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zur Markteinführung des „Unity-Tests“, einem weiteren vorgeburtlichen Bluttest: "Wenn die Rendite stimmt, spielen Fragen nach einem humanistischen Menschenbild und wie wir unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt bewahren wollen, offenbar keine Rolle!"

Kathrin Vogler weiter: "Nachdem im September beschlossen wurde, dass die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen vorgeburtlichen Bluttest auf das sog. 'Down-Syndrom' zukünftig übernehmen, war zu erwarten, dass die Medizinprodukteindustrie weitere vorgeburtliche Bluttests auf den Markt bringen wird.

Mit dem 'Unity-Test', der jetzt angeboten wird, kann gleich nach vier genetischen Normabweichungen gefahndet werden. Zwar ist dessen Kostenübernahme durch die Gesetzlichen Krankenkassen noch nicht beantragt, die Tests werden aber dennoch durch aggressive Werbung auf den Markt gepusht.

Ich kritisiere scharf, dass die Industrie ausnützt, dass es für diese neuartigen Tests noch keine umfassenden und sachgerechten Regelungen gibt, um Fakten zu schaffen. Es müsste z.B. vor und nach der Inanspruchnahme solcher Tests eine fundierte und ergebnisoffene Beratung geben, um die schwangeren Frauen nicht alleine zu lassen.

Mit einer interfraktionellen Gruppe werden wir noch in dieser Legislaturperiode gesetzliche Regelungen vorschlagen, damit dieser Wildwuchs und die Gefahr von Dutzenden weiterer Tests reguliert werden können. Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft darüber entscheidet, wer zu unserer Gesellschaft gehört und wer nicht. Daher appelliere ich an die Hersteller solcher Test, sich freiwillig ein Moratorium aufzuerlegen und abzuwarten, wie sich der Bundestag als Vertretung der Menschen in diesem Land dazu verhält."

 

Siehe auch zeit.de am 17.10.2019:
Linken-Politikerin warnt vor mehr vorgeburtlichen Tests als GKV-Leistungen"

 


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