Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Solidarität mit ausgebeuteten Werkvertragsarbeiter_innen in der Fleischindustrie

DIE LINKE. NRW solidarisiert sich mit den Beschäftigten in der münsterländischen Fleischindustrie, die derzeit für rechtsgültige Arbeitsverträge, einen fairen Lohn, menschliche Arbeitsbedingungen, würdige Wohnverhältnisse, sowie die Nachzahlung der seit einigen Wochen nicht gezahlten Löhne kämpfen.

DIE LINKE. NRW solidarisiert sich mit den Beschäftigten in der
münsterländischen Fleischindustrie und deren Kampf um menschenwürdige Löhne, Wohn- und
Arbeitsbedingungen. Am vergangenen Wochenende hatte der Landesrat ("kleiner Parteitag") der Partei
einen entsprechenden Beschluss gefasst. In dem Initiativantrag, den die Emsdettener
Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler eingebracht hatte, wird von Arbeitsministerin Nahles
(SPD) gefordert, das Unwesen der Werkverträge durch wirksame gesetzliche Regelungen zu
unterbinden. Eine spontane Sammelaktion unter den Teilnehmern der Veranstaltung brachte 208,83€ ein. Das Geld wurde dem Offenen Antirassitischen Treffen (OAT) Emsdetten überwiesen.

Text der Resolution:

DIE LINKE. NRW solidarisiert sich mit den Beschäftigten in der münsterländischen Fleischindustrie, die derzeit für rechtsgültige Arbeitsverträge, einen fairen Lohn, menschliche Arbeitsbedingungen, würdige Wohnverhältnisse, sowie die Nachzahlung der seit einigen Wochen nicht gezahlten Löhne kämpfen. Die Lage spitzt sich für die Betroffenen zu, seit sämtliche Lohnzahlungen an sie eingestellt wurden.
DIE LINKE. NRW fordert daher Arbeitsministerin Nahles auf, umgehend das Werkvertragsunwesen in der Industrie zu beenden und den menschenunwürdigen Zuständen einen Riegel vorzuschieben.

Begründung:
In der münsterländischen Fleischindustrie betreibt ein dubioses Firmengeflecht mit in- und ausländischen (Sub-)Unternehmen die Ausbeutung von mehreren hundert Menschen, vor allem aus osteuropäischen Ländern (Polen, Ungarn...) ohne tarifliche und soziale Absicherung. Im Mittelpunkt stehen der Nahrungsmittelkonzern Sprehe und dessen Tochterfirmen.
Betroffene berichten von 12- bis 14-Stunden Schichten am Fließband und Entlohnungen von 50 Euro pro Woche. In einem Wohnblock in Emsdetten leben, den Berichten nach, auf nur drei Zimmern verteilt bis zu 14 Menschen, die in Schichten schlafen müssen.Mittlerweile wurden die Lohnzahlungen an einen großen Teil der Betroffenen eingestellt. Zwei mitverantwortliche Vorgesetzte einer Leiharbeitsfirma sind in U-Haft, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Fine-Food Mutterkonzern Sprehe will sein Geschäftsmodell in einem neuen Unternehmen mit Namen „NGV“, wieder mit diversen Subunternehmern, nach deutschem Arbeitsrecht weiterführen.
Vor Ort setzen sich verschiedene Initiativen, Menschen aus Kirchen, Parteien, Wohlfahrtsverbänden und die Gewerkschaft NGG für die Betroffenen Menschen ein. Dieses Engagement will DIE LINKE auch weiterhin unterstützen und den Betroffenen in ihrem Kampf zur Seite stehen.
Dass derartige Zustände erst möglich geworden sind, verdanken wir einer völlig verfehlten Arbeitsmarktpolitik der letzten Bundesregierungen. Arbeitsministerin Nahles muss sofort handeln und das Unwesen der Werkverträge beenden.

Verwandte Nachrichten

  1. 18. Juni 2020 Kein Einzelfall – Vogler will den Kontrolldruck auf die Fleischindustrie erhöhen
  2. 14. Mai 2020 Gesundheit der Beschäftigten in der Fleischindustrie muss ohne Wenn und Aber geschützt werden

Unsere Website: Stoppt Defender Europe 2020!

Publikationen

Kathrin Vogler