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Ziviler Friedensdienst: Politischer Bedeutungszuwachs, aber noch zu wenig Aufmerksamkeit

Kathrin Vogler traf sich Ende April zum Austausch mit Vertreter*innen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) und Mitgliedsorganisationen in einem Zoom-Gespräch. Dabei ging es u.a. um die Lage in verschiedenen Krisen- und Kriegsgebieten und die Anforderungen an die zivile Friedensarbeit unter Pandemie-Bedingungen.

"Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Er setzt sich für eine Welt ein, in der Konflikte ohne Gewalt geregelt werden. Neun deutsche Friedens- und Entwicklungsorganisationen führen den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durch. Fachkräfte des ZFD unterstützen Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden."

Auch der ZFD hat seine Arbeit in der Pandemie zum Teil ins Internet verlagert. Das funktioniere gut im Sinne niedrigschwelliger Beratungsangebote, wenn gerade das "Rausgehen" zum Risiko wird, zum Beispiel für Frauen, die sich vor Gewalt schützen müssen, berichtete Anja Petz (Kurve Wustrow). Ansonsten habe sich die Einsatzsituation für die meisten der ca. 300 weltweit eingesetzten Friedensfachkräften vor Ort inzwischen eher wieder normalisiert, so die Einschätzung von Martin Vehrenberg (Agia Mondo).

Inhaltliche Schwerpunkte des ZFD sind zur Zeit Erinnerungsarbeit in Guatemala, Geflüchtetenarbeit, u.a. im Südsudan und die Begleitung von Transformationsprozessen; der ZFD ist weiterhin zum Beispiel in Zentralafrika, Ostafrika, Kolumbien, Israel/Palästina und auf dem Balkan aktiv. Eine wichtige Erfahrung in den letzten Monaten war, dass das Thema "Zugang zu Gesundheitsversorgung" für die Friedensarbeit relevant ist, weil in der Pandemie deutlich wird, dass eine schlechte oder eingeschränkte medizinische Versorgung konflikttreibend wirken kann. Auch in Myanmar bestehen, trotz der eskalierenden Lage, weiterhin einzelne Kontakte zu Partnerorganisationen.

Priska Palacios (ZFD) wies darauf hin, dass viele Friedensfachkräfte nach ihrer Rückkehr aus den Auslandseinsätzen noch ein Jahr in Deutschland aktiv sind und in Schulen und allgemeinen Informationsveranstaltungen - auch als Gegengewicht zu den Info-Angeboten der Bundeswehr - über die Arbeit des internationalen zivilen Friedensdienstes berichten. Für die Arbeit an Schulen bietet der ZFD auch eigene Unterrichtsmaterialien an.

Kathrin Vogler bot ihre weitere Unterstützung an, etwa das parlamentarische Fragerecht, um auf bestimmte Konflikte oder Missstände hinzuweisen, und unterstrich auch die Bedeutung der ZFD-Auslandserfahrungen für die Arbeit des Unterausschusses „Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Vernetztes Handeln“. Das Ziel müsse sein, die Bundesregierung und auch das Parlament stärker auf die Bedeutung der ZFD-Arbeit für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen hinzuweisen.

 


Publikationen

Kathrin Vogler
Adobe InDesign CC 13.1 (Macintosh)
Adobe InDesign 16.1 (Macintosh)
Die Landesgruppe NRW der Bundestagsfraktion DIE LINKE auf einem Gruppenfoto vor dem Clara-Zetkin-Saal im Bundestag.