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Mehr Pflegepersonal für Krankenhäuser!

Mehr Pflegepersonal für Krankenhäuser!

Das Pflegepersonal in den Krankenhäusern ist extrem angespannt. Deutschland hat europaweit den schlechtesten Schlüssel der Pflegekräfte pro Patienten. 30.000 Menschen sterben jedes Jahr an Krankenhausinfektionen. 1/3 von diesen Todesfällen wären vermeidbar, wenn ausreichend qualifiziertes Reinigungspersonal verfügbar wäre.

Personalmangel gefährdet die Gesundheit der Patienten!

Geld ist Genug da: Die 10 großen Krankenhäuser haben im letzten Jahr 1 Milliarde Euro Gewinn gemacht. Für den Wehretat möchte Frau Von der Leyen 130 Mrd. Euro mehr bis zum Jahr 2030. Damit konnte man 200.000 Pflegekräfte finanzieren!

Ver.di startet eine Kampagne: Mehr Personal für Krankenhäuser. Hier könnt ihr Unterschreiben: Nordrhein-Westfälischer Appell.

IM Wortlaut

Hallo Leute!

Jana Langer ist Krankenschwester, eine von den Guten. Eine, die ihren Job ernst nimmt und die ihren Job liebt. Deshalb hat sie jetzt einen Brandbrief an Kanzlerin Merkel geschrieben, der auch im Internet, Facebook und so weiter sehr viel geteilt und verbreitet wird. Ich möchte gerne zitieren, was sie da schreibt: „Patienten sind zu Wirtschaftsfaktoren geworden, sind Fallzahlen und Kostenfaktoren. Menschen sind sie keine mehr und sie als solche zu behandeln unmöglich. Eine menschenwürdige Arbeit zu verrichten ist nicht mehr möglich.“ Und ihr Fazit ist: „Das Gesundheitssystem in seiner bestehenden Form behindert meine Arbeit.“. Sie fordert uns als Politikerinnen und Politiker, besonders Kanzlerin Merkel, auf, daran etwas zu ändern. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal im Krankenhaus wart und ob ihr es gesehen habt: Tatsächlich ist es so, dass das Pflegepersonal in unseren Krankenhäusern extrem angespannt ist. Wir haben den schlechtesten Schlüssel europaweit, was das Verhältnis von Kranken-Pflegekräften zu Patientinnen und Patienten betrifft.

Etwa 30.000 Menschen in unserem Land sterben jedes Jahr an Krankenhausinfektionen. Etwa ein Drittel dieser Todesfälle wäre vermeidbar, so meint es die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, wenn wir mehr qualifiziertes Personal in den Reinigungsdiensten in den Krankenhäusern hätten. Auch da ist überall gekürzt worden und outgesourced  worden, es sind Stellen weggefallen; und das gefährdet die Gesundheit und das Leben der Patientinnen und Patienten und auch derjenigen, die im Krankenhaus arbeiten. Ich freue mich, dass jetzt die Gewerkschaft ver.di für NRW eine Kampagne angekündigt haben: „Mehr Personal für die Krankenhäuser“. Es gibt eine Unterschriftenliste, die ihr Euch runterladen und Unterschriften sammeln könnt. Es wird auch Aktionen an den Krankenhäusern und in den Städten geben. Ich fände es gut, wenn sich möglichst viele daran beteiligen. Ich werde auf jeden Fall hingehen, denn gute Pflege ist etwas, was uns alle angeht. Jeder von uns kann mal krank werden und ist dann darauf angewiesen, dass Menschen, wie Jana Langer, genug Zeit haben, ums sich während ihrer Arbeit um uns zu kümmern.

 

Deswegen sagen wir als Linke auch: Wir brauchen mehr Stellen, mehr Personal im Krankenhaus. Wir brauchen eine gesetzliche Regelung für eine Mindestpersonalbemessung. Wenn Euch jemand sagt: „Dafür haben wir kein Geld.“, wir können Euch sagen, wie es bezahlt werden kann. Zum Einen haben die größten 10 Krankenhauskonzerne dieses Landes haben im Jahr 2015 fast 1 Mrd. an Überschüssen erwirtschaftet. Ich finde, es muss nicht sein, dass ein Krankenhaus Überschüsse erwirtschaftet. Geld, was da übrig bleibt, das muss zurück in die Versorgung. Andererseits müssen wir uns entscheiden, was für ein Land wir sein wollen: 130 Mrd. EURO soll Frau von der Leyen für ihr Verteidigungsministerium, für die Bundeswehr, für das Militär in den nächsten Jahren bis 2030 bekommen. 130 Mrd. EURO, damit könnte man in diesem Zeitraum exakt 200.000 Pflegekräfte Vollzeitstellen im Krankenhaus schaffen. Also: Das Geld ist da. Wir müssen es nur da holen, wo es jetzt hingeschickt wird und dahin bringen wo es gebraucht wird. Mehr Personal für Pflege und Gesundheit. Weniger für die Rüstung und dann können wir alle besser leben.