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Weltgesundheitstag: Für unsere Pflegekräfte muss mehr drin sein!

Weltgesundheitstag: Für unsere Pflegekräfte muss mehr drin sein!

Heute ist Weltgesundheitstag. Deswegen bedankte sich Kathrin Vogler bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Aber Sonntagsreden dürfen andere halten. Sie zeigte lieber klare Kante: für hunderttausend neue Stellen für Pflegekräfte, damit sie ihre wichtige Arbeit besser leisten, Freizeit wieder planen und den Job bis zur Rente durchhalten können. Das muss drin sein!

Kathrin Vogler im Wortlaut:

Hallo!
Heute, am 07. April, ist der Weltgesundheitstag. Das gibt mir die Gelegenheit, mich bei all denjenigen zu bedanken, die in den Krankenhäusern, in den Pflegeeinrichtungen, in den ambulanten Diensten, in den Apotheken, in den Arztpraxen oder Zahnarztpraxen jeden Tag hart dafür arbeiten, damit wir eine gute, eine wirklich bestmögliche Gesundheitsversorgung bekommen. Aber Sonntagsreden, in denen gesagt wird: „Wir brauchen mehr Wertschätzung, mehr Respekt für die Arbeit von Beschäftigten im Gesundheitswesen.“, die werden nun genug gehalten. Ich finde, es muss auch noch mehr kommen. Da muss mehr drin sein. Wenn wir wirklich die Arbeit von Beschäftigten im Gesundheitswesen wertschätzen wollen, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass sie gute Arbeitsbedingungen haben. Was mich besonders umtreibt, ist die Situation in den Krankenhäusern, wo Pflegekräfte oft bis zur Erschöpfung arbeiten müssen, wo die Arbeit hoch verdichtet ist, wo sie immer mit immer weniger Personal immer mehr und immer schwerer kranke Patientinnen und Patienten versorgen müssen. Das ist schlecht fürs Personal. Es führt zu hohen Krankenständen, es führt dazu, dass die Leute ihre Freizeit nicht mehr ordentlich planen können und es führt dazu, dass sie ständig im Stress sind. Und immer, wenn sie mittags oder abends nach Hause gehen, sehen sie, was sie eigentlich noch alles hätten tun müssen, um ihren Job ordentlich zu machen. Unzufriedene, unmotivierte Pflegekräfte können wir uns, meiner Ansicht nach, nicht leisten. Wenn wir krank werden, sind wir darauf angewiesen, dass da jemand am Bett steht der gut motiviert ist, der gut ausgebildet ist, der gut bezahlt wird und der am nächsten Tag wieder gerne zur Arbeit kommt. Und nach Möglichkeit diese Arbeit auch bis zur Rente durchhält. Nachtschichten alleine für zwei Stationen mit schwerkranken Patientinnen und Patienten im Krankenhaus, das sind keine Zustände die wir uns im reichsten Land Europas leisten können sollten. Deswegen sagen wir als Linke ganz klar: Wir müssen die Arbeitsbedingungen der Menschen verbessern. Insbesondere in der Pflege. Wir brauchen dafür 100.000 Vollzeitstellen für Krankenpflegekräfte in den Krankenhäusern mehr. Dafür müssen wir die Krankenhäuser ordentlich finanzieren und wir müssen dafür sorgen, dass auch die Löhne in diesem Bereich so sind, dass man davon vernünftig leben kann. Deswegen mein Appell zum Weltgesundheitstag: Nicht nur Sonntagsreden halten sondern mit uns, mit der Linken gemeinsam dafür kämpfen, dass wir 100.000 Vollzeitstellen mehr in den Krankenhäusern bekommen. Damit wird nicht nur den Beschäftigten geholfen sondern auch den Patientinnen und Patienten. Und das ist gut für uns alle.