Newsletter MdB Kathrin Vogler
Januar 2022 | Nr. 107

 

Inhaltsverzeichnis

 
  1. Aktuelles
  2. Gesundheitspolitik und mehr
  3. NRW vor Ort
  4. Termine

Editorial

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Heute hat der Expertenrat der Bundesregierung die Regierung aufgefordert, ihre Kommuniktation über die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu verbessern. Das ist auch dringend notwendig und überfällig.

Wer sich die neueste Kampagne anschaut, mit der die Bundesregierung für‘s Impfen wirbt, der fragt sich, ob die von einer Schülerpraktikantin im Bundespresseamt mit Paint für Windows 2.0 gestaltet worden ist. Wir etwas Älteren erinnern uns ja noch an erfolgreiche und wirksame Kampagnen und können die Sprüche noch auswendig: „Kinderlähmung ist grausam - Schluckimpfung ist süß“ oder „Gib AIDS keine Chance“. Wir erinnern uns an den großartigen Präventionsspot mit Ingolf Lück als Kunde und Hella von Sinnen, die als Kassiererin durch den ganzen Supermarkt brüllt „Tina, wat kosten die Kondome?“ Erfolgreiche Kommunikation besteht eben nicht aus mit Text überfüllten Internet-Kacheln oder dem erhobenen Zeigefinger des Gesundheitsministers, sie muss zuspitzen, auf den Punkt bringen, zum Lächeln und zum Nachdenken anregen. Zugleich muss sie Menschen da abholen, wo sie stehen. Ich bin ja entsetzt, welche Menge an Desinformation durch das Netz wabert und sich in den Köpfen der Menschen festsetzt. Dagegen kommt man nicht mit reinen Fakten an, aber auch die Fakten müssen so aufbereitet werden, dass sie in den Köpfen und Herzen der Menschen ankommen. Ich habe noch nirgendwo die wichtige Zahl entdeckt, dass das Risiko mit COVID 19 zu sterben, tausendmal so hoch ist, wie das Risiko, in zeitlichem (nicht unbedingt sachlichem) Zusammenhang mit der Impfung zu sterben. Dass Bewohner*innen Sachsens fünfmal so häufig an den Folgen von COVID 19 sterben wie die in Schleswig-Holstein, was nicht zufällig mit der unterschiedlichen Impfquote korreliert, habe ich ebenfalls der Kampagne noch nicht entnehmen können. Oder, dass die hier zugelassenen Impfstoffe zu den am besten überwachten Impfstoffen überhaupt gehören, dass sie inzwischen milliardenfach angewendet wurden und daher als sehr sicher gelten dürfen, wird meiner Ansicht nach nicht oft genug und auch nicht verständlich genug kommuniziert. Dabei darf man natürlich nicht so tun, als gäbe es gar keine Risiken und Nebenwirkungen, das wäre unseriös. Aber wie soll jemand sein eigenes Risiko sauber abwägen, wenn er/sie nirgendwo den Vergleich zu den Gefahren einer Infektion findet? Warum also, reden wir nicht über Long Covid und die schweren Langzeitfolgen der Infektion, um dem Geschwurbel von unbekannten Langzeitfolgen der Impfung etwas entgegenzusetzen?

 

Und warum spricht die Bundesregierung im Zusammenhang mit COVID 19 immer nur über eine abstrakte „Überlastung des Gesundheitswesens“ und niemals darüber, dass noch ganz andere Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge ausfallen könnten, wenn die Belegschaft zu erheblichen Teilen krank oder in Quarantäne ist? Heute hatte ich eigentlich einen Termin bei der Sparkasse. Der wurde gerade abgesagt, weil die Mitarbeiterin Corona hat und der Großteil ihrer Kolleg*innen in Quarantäne sitzt. Man stelle sich diese Situation mal im Klärwerk vor, dann hätten wir auf gut deutsch „die Kacke am Dampfen“!

Und überhaupt: Überlastung des Gesundheitswesens ist ja nichts Neues. Mich macht es wütend zu sehen, dass ein paar Tausend Menschen in Düsseldorf gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße gehen, aber nur wenige Hundert am selben Tag zur Unterstützung der Pflegekräfte im Kampf gegen die Zwangsverkammerung und für mehr Stellen nach Düsseldorf gekommen sind. Für mich spiegelt sich da so etwas wie eine Wohlstandsverrohung: Diejenigen, die unter dem ungebremsten Ausleben der eigenen Freiheitsvorstellung am meisten leiden, will man nicht sehen und nicht hören. Und diejenigen, denen die niedrige Impfquote in Deutschland am schadet, können sich ja nicht bemerkbar machen, weil sie jetzt seit zwei Jahren in Selbstisolation leben: die Organtransplantierten, die Immunsupprimierten, diejenigen, die sich gesundheitlich einfach nicht leisten können, sich mit SARS CoV2 anzustecken und diejenigen, die auf den Infektions- und Intensivstationen unter hohem Druck Überstunden schieben, um allen Erkrankten die nötige Versorgung zukommen zu lassen.

Eine weitere Gruppe, deren Interessen total vernachlässigt werden, sind die Kinder und Jugendlichen. Ja, wir müssen Schulschließungen vermeiden, aber doch nicht mit einer Strategie, die auf die schnellstmögliche Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen setzt! Nicht vergessen: von Schließungen im Krankenhausbereich waren in den letzten Jahren ganz besonders Kinderkliniken und -stationen betroffen. Und eine Präsenzpflicht, die dazu führt, dass trotzdem reihenweise Unterricht ausfällt, weil Schüler*innen und Lehrer*innen in Quarantäne müssen, schafft ebenso wenig Bildungsgerechtigkeit wie ein Winter mit offenen Fenstern, weil es Luftfilter nur für Klassen gibt, deren Fenster sich nicht öffnen lassen.

Dazu kommt, dass die Kids ja auch Familien haben und inzwischen gut belegt ist, dass das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas eben doch erheblich zu der gesamten Infektionslage beiträgt.

Dass wir vor diesem Hintergrund im Bundestag über eine Impfpflicht diskutieren müssen, ist richtig, aber diese Debatte darf ja nicht davon ablenken, welche Hausaufgaben die Politik jetzt seit zwei Jahren vor sich hergeschoben hat, die sie dringend bis zum Herbst erledigen müsste. Und dazu gehört auch eine professionelle, klar verständliche Kommunikation mit der Bevölkerung. Das ist ja wohl das Mindeste!

Solidarische Grüße

Eure Kathrin

 
 

Aktuelles

 

Video

„Impfpflicht als Ultima Ratio“ – Kathrin Voglers Rede im Bundestag

 

In der Orientierungsdebatte des Bundestages über eine Impfpflicht sagte Kathrin Vogler, eine Impfpflicht sei gerechtfertigt, um den Schutz der Gesundheit und die Wiedererlangung unserer Freiheiten zu erreichen. Sie verpflichte allerdings auch den Staat, den Bürger*innen die Erfüllung dieser Pflicht so leicht wie möglich zu machen.

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Mehr Transparenz bei der Impfstoffbeschaffung!

 

Dass die reichen Industrieländer vorab Impfdosen für ein Mehrfaches der eigenen Bevölkerung zu hohen Preisen bestellen, während die Mehrheit der Menschen im Globalen Süden noch immer auf die erste Impfung wartet, ist völlig verantwortungslos. Die ARD berichtet exklusiv über Kathrin Voglers aktuelle Kleine Anfrage.

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Gesundheitspolitik und mehr

 

Gemeinsames Engagement: die Neuen im Parlamentskreis Atomwaffenverbot

31. Januar 2022
Pressemitteilung

 

Gemeinsames Engagement für das Atomwaffenverbot: Die neue Legislaturperiode startet mit einem organisatorischen Wechsel im Parlamentskreis (PK) Atomwaffenverbot, der für neuen Tatendrang und Aufschwung sorgt. Mit Kathrin Vogler arbeiten jetzt Merle Spellerberg, Bündnis 90/Die Grünen, und Dirk Heidenblut, SPD. Weiterlesen

 

Neuer Gesetzentwurf zur Sterbehilfe

27. Januar 2022

 

Am 27. Januar präsentierte die Abgeordnetengruppe um Kathrin Vogler ihren neuen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe. Die kommerzielle Suizid-Förderung soll „grundsätzlich unter Strafe“ gestellt werden; eine Ausnahme sind assistierte Selbsttötungen, denen eine frei verantwortete Entscheidung vorausgeht. Weiterlesen

 

Vogler gegen Diskriminierung im kirchlichen Arbeitsrecht

24. Januar 2022

 

Kathrin Vogler, queerpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, zeigt sich solidarisch mit den 125 kirchlichen Mitarbeitenden, die sich öffentlich als queer geoutet haben, und dankt ihnen für ihren Mut. Weiterlesen

 

Für einen Systemwechsel in Pflege und Gesundheit!

13. Januar 2022
Rede im Bundestag

 

Kathrin Voglers Rede im Bundestag: Ohne Auflösung des Zwei-Klassen-Systems aus privat und gesetzlich Versicherten und höhere Steuern für Konzerne wird die Ampel die Probleme im Gesundheitssystem nicht lösen. Nur DIE LINKE steht für ein soziales und solidarisches Gesundheitswesen mit Zugang für alle Menschen. Weiterlesen

 

 
 

NRW vor Ort

 

Test-Desaster an den Schulen war vermeidbar

27. Januar 2022

 

„Das Desaster mit den Lollitests in den Grundschulen in NRW kommt für niemanden überraschend, außer offenbar für die Landesregierung. Seit Monaten wird vor steigenden Fallzahlen durch die Omikron-Variante gewarnt, aber offenbar hat die Landesregierung keine Vorbereitungen getroffen“, erklärt Kathrin Vogler, Abgeordnete der LINKEN aus NRW und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, zu den Berichten über begrenzte PCR-Testkapazitäten für Grundschüler*innen in NRW. Weiterlesen

 

 

Nachgefragt!

Kathrin Vogler im Gespräch mit...

 

Mit wechselnden Gesprächspartnern widmet sich DIE LINKE Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler aktuellen Themen. Der Podcast wird als Online-Sprechstunde alle 14 Tage montags von 19 bis 20.00 Uhr als Livestream auf der Facebookseite www.facebook.com/kathrin.vogler aufgezeichnet. Alle Bürger*Innen sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen, Kommentaren und Anregungen am Gespräch zu beteiligen, entweder live in der Facebook-Kommentarspalte oder auch vorab per E-Mail: via kathrin.vogler.mdb@bundestag.de. 

Zum Nachhören gibt es die Sprechstunden als Podcast bei spotify und itunes

 

31. Januar 2022, 19:00 Uhr: Nachgefragt:  DIE LINKE. NRW auf dem Weg in den Landtag
Kathrin Vogler im Gespräch mit Jules El-Khatib, Landessprecher DIE LINKE. NRW

Im Mai dieses Jahres finden die Landtagswahlen in NRW statt. DIE LINKE im bevölkerungsreichsten Bundesland macht sich gerade startklar für den anstehenden Wahlkampf. Die Genossinnen und Genossen wissen dabei um die Herausforderung vor der sie stehen. Gleichzeitig tragen sie eine Verantwortung: Schließlich werden derzeit die Interessen breiter Bevölkerungsschichten im Landtag nicht repräsentiert. Die Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler, DIE LINKE, fragt beim Landessprecher der LINKEN NRW, Jules El-Khatib, nach: Wie ist sein Plan, um DIE LINKE in den Landtag von NRW zu führen? 
Das Gespräch findet ab 19 Uhr statt und wird live auf fb.com/kathrin.vogler übertragen.

 
 

Termine

 

Sitzungswoche Deutscher Bundestag    Sitzungswoche
16. - 20. Mai 2022

 

 

taz Talk zur Neuregelung der Sterbehilfe
18. Mai 2022, 19:00 Uhr, taz

 

 

Diskussionsrunde zum Themenfokus „Telemedizin als strategische Aufgabe“

19. Mai 2022

 

im Rahmen des Nationalen Fachkongress Telemedizin der DGTelemed nimmt Kathrin Vogler an einer Diskussionsrunde teil:  o N.N., MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (angefragt) o Maximilian Funke-Kaiser, MdB, FDP-Fraktion o Dr. Georg Kippels, MdB, CDU-Fraktion o Matthias Mieves, Berichterstatter für das Thema Digitalisierung in der AG Gesundheit der… Weiterlesen

 

Nachgefragt: freiheitlich und demokratisch – Wie steht es um Zivilgesellschaft und Institutionen in Deutschland?    Sprechstunde
23. Mai 2022, 19:00 Uhr

 

 

Sitzungswoche Deutscher Bundestag    Sitzungswoche
30. Mai - 3. Juni 2022

 

 

 
 

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