Newsletter MdB Kathrin Vogler
Juni 2022 | Nr. 112

 

Inhaltsverzeichnis

 
  1. Aktuelles
  2. Gesundheitspolitik und mehr
  3. Queeres
  4. NRW vor Ort
  5. Termine

Editorial

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

statt nach zwei Jahren pandemisch beschränkter Tagungsmöglichkeiten am Wochenende in Erfurt endlich wieder live an den Debatten meiner Partei teilzunehmen und meine Genoss*innen endlich wieder persönlich zu treffen, hat mich ein böser kleiner Virus dazu gezwungen, alles nur auf dem Bildschirm zu verfolgen. Das habe ich allerdings recht diszipliniert getan und bin umso überraschter, welche Auswertungen dieses Parteitags nun teilweise in den sozialen und anderen Medien zu lesen sind.

Da sollen etwa die friedenspolitischen Grundsätze der Partei geschliffen worden sein, obwohl der mit sehr großer Mehrheit beschlossene Leitantrag diese bestätigt hat. DIE LINKE steht weiter für die Einhaltung des Völkerrechts, gegen Aufrüstung, Militärinterventionen und Rüstungsexporte – was denn sonst? Eine Friedenspartei muss sich doch ebenso klar gegen den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine positionieren, wie sie das immer wieder gegen die brutalen Kriege des US-Imperialismus getan hat. Und wie Janine Wissler zu Recht gesagt hat: Wir verurteilen den Angriff ohne Wenn und Aber – auch wenn wir die Vorgeschichte kennen, gibt es keine Rechtfertigung dafür. Es bleibt doch richtig, die Forderungen nach einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen aufrecht zu erhalten. Denn jeden Tag, an dem dieser Krieg weitergeht, sterben Menschen, werden Häuser, Städte und Fabriken zerstört und Existenzen vernichtet. Es braucht doch zumindest eine Partei im Bundestag, die deutlich gegen den Aufrüstungskurs von Ampelkoalition und Unionsfraktion Stellung bezieht und das 100-Milliarden-Aufrüstungspaket im Grundgesetz ablehnt – gemeinsam mit den Landesregierungen, an denen DIE LINKE beteiligt ist.

Da fühlt sich eine ganze Gruppe der Partei von der Mitgestaltung im Parteivorstand ausgeschlossen, obwohl sie selbst es war, die alle einigermaßen aussichtsreichen Kandidaturen zurückgezogen hat, nachdem ihr Favorit für den Parteivorsitz nicht gewählt wurde. Natürlich muss sich niemand in völlig aussichtslosen Kandidaturen verschleißen, aber nicht anzutreten bedeutet eben auch, den Delegierten keine Alternative anzubieten. Man kann das so entscheiden, sollte sich danach aber mit Kritik an der Zusammensetzung des Gremiums zurückhalten.

Insgesamt war bei den Wahlen zum Parteivorstand schon zu beobachten, dass die Delegierten sehr wohl darauf geachtet haben, diesen politisch nicht zu eng aufzustellen. So wurden sowohl der als Bundesgeschäftsführer unterlegene Janis Ehling (Bewegungslinke) in den erweiterten Vorstand gewählt als auch Wulf Gallert vom Reformerflügel, der bei der Wahl der stellvertretenden Parteivorsitzenden nicht zum Zuge kam. Wer seine Bewerbung vor dem ersten Wahlgang zurückzieht, darf den Delegierten dann nicht vorwerfen, der Vorstand sei nicht inklusiv genug. Dennoch musste allen klar sein, dass die Verkleinerung des Vorstands von 44 auf 26 Personen zu einer Verringerung der Breite führen musste – nicht nur, was die verschiedenen politischen Richtungen angeht, sondern auch bei den inhaltlichen Schwerpunkten und der Repräsentanz der Landesverbände. Dass der größte Landesverband nicht im Parteivorstand repräsentiert ist, zeigt meiner Meinung nach, dass wir uns in NRW dringend mehr um die Personalentwicklung kümmern müssen. Und dass nach dem Ausscheiden von Axel Troost nur noch Janine Wissler über ausgewiesene Expertise auf dem für Umverteilung so wichtigen Feld der Finanzpolitik verfügt, zeigt, dass wir auch hier Nachholbedarf haben. Trotz der Wahl von Christine Buchholz in den erweiterten Vorstand sehe ich noch nicht so recht, wer die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Jan van Aken und Tobias Pflüger mit ihrer friedenspolitischen Expertise ersetzen kann. Wenn ich dem neuen Vorstand einen Rat geben dürfte, würde ich empfehlen, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich externe Berater*innen nicht nur beim Aufbau von Strukturen gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt heranzuholen, sondern auch zur inhaltlichen Anreicherung der Vorstandsarbeit. Ohnehin wäre es wünschenswert, die Partei enger mit progressiven Wissenschaftler*innen, Bewegungen, Gewerkschaften und Sozialverbänden zu vernetzen, weil diese häufig schneller und kompetenter auf neue ökonomische, politische und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren als Parteien das können.

Apropos neue Entwicklungen. Neben der Friedensfrage und der Debatte darüber, wie wir als feministische Partei sexuellen Übergriffen und missbräuchlicher Machtausübung wirksam entgegentreten, die Opfer stärken und eine Kultur von Respekt und Sicherheit entwickeln können, spielten die ökonomischen Verwerfungen, denen die Menschen in einer Zeit von Teuerung und Verknappung ausgesetzt sind, eine zentrale Rolle in vielen Redebeiträgen – und das ist richtig und notwendig. Wenigstens eine Partei sollte sich nicht einreihen in den Chor der Verzichts-Prediger, die selbst gut gekühlten Schampus saufen, das Volk aber zu lauwarmem Leitungswasser bekehren wollen.

Wenn behauptet wird, „wir alle“ müssten uns auf harte Zeiten und Einschränkungen einstellen, dann ist das glatt gelogen, denn es gibt jene Wenigen, die sich überhaupt nicht einschränken müssen und jene Vielen, bei denen Verzicht schon lange alltägliche Übung ist. Wenn ein sozialdemokratischer Bundeskanzler fordert, dass die Gewerkschaften sich bei Tarifverhandlungen auf Einmalzahlungen beschränken sollen, die weder in die Arbeitslosenversicherung noch aufs Rentenkonto einzahlen, noch eine nachhaltige Erhöhung der Einkommen ermöglichen, wenn Industrieverbände die Gelegenheit nutzen, längere Tages-, Wochen- und Lebensarbeitszeiten zu fordern, wenn der Gesundheitsminister keine andere Idee gegen die Geldnot der Krankenkassen hat, als die Beiträge zu erhöhen, dann steht DIE LINKE klar an der Seite der arbeitenden Menschen: für gute Löhne und Renten und gerechte Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme, für bezalbares Wohnen, Energie und Lebensmittel und für einen Lastenausgleich, der das eine Prozent der Reichsten endlich angemessen an den Krisenkosten beteiligt. Wir haben ja eigentlich keine Inflation, weil diese durch eine Lohn-Preis-Spirale gekennzeichnet wäre. Im Moment haben wir eine Teuerung, der die Löhne schon lange hinterherlaufen. Und weil die Gewerkschaften und die Tarifbindung in den letzten 30 Jahren systematisch geschwächt wurden, muss auch hier wieder die Politik gegensteuern. Sonst wird auch die Anhebung des Mindestlohns zum Oktober schnell verpuffen und zu wenig Auswirkungen auf die Lohnentwicklung insgesamt entfalten.

Der neu gewählte Parteivorstand steht vor der Herausforderung, in dieser Situation Aktionen und Kampagnen anzustoßen, die der LINKEN im Leben der Menschen einen festen Platz verleihen: Als verlässliche Ansprechpartnerin und politische Heimat für alle, die nicht mit dem berühmten goldenen Löffel im Mund geboren wurden. Das ist jetzt unsere gemeinsame Aufgabe. Der Parteitag war kein Schlusspunkt, sondern ein Auftakt. Wir sind auf dem Weg!

Eure Kathrin

 
 

Aktuelles

 

Schutz und Betreuung für alle Geflüchteten gewährleisten

Weltflüchtlingstag 2022

 

Kathrin Vogler appellierte am diesjährigen Weltflüchtlingstag an die Bundesregierung: „Die grund- und menschenrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Geflüchteten müssen für alle gelten!“

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Gesundheitspolitik und mehr

 

Nein zum neuen Blindflug in den Corona-Herbst!

 

In zwei Pressemitteilungen setzt sich Kathrin Vogler mit der weiterhin chaotischen Pandemie-Politik der Bundesregierung auseinander. Sie fordert, „Schnelltests in Testzentren müssen weiterhin für alle kostenlos bleiben“ und fragt unter „Außer Spesen nichts gewesen?“, warum es Bund und Ländern auch im dritten Pandemie-Sommer nicht gelingt, frühzeitig zu vereinbaren, welche Einschränkungen bei welcher Pandemielage nützlich und verhältnismäßig sind.

 

Zentraler Streiktag von #notrufnrw in Bonn: Gute Gesundheitsversorgung geht uns alle an!

13. Juni 2022
Pressemitteilung

 

Am Vortag des zentralen Streiktags von #notrufnrw in Bonn am 14. Juni ruft Kathrin Vogler dazu auf, die Demonstration ab 10 Uhr vor dem Uniklinikum Bonn solidarisch zu unterstützen, denn: Weiterlesen

 

Rede im Bundestag: Mehr Geld für Pflege und Gesundheit statt für Aufrüstung!

2. Juni 2022

 

In den Gesundheitsberufen fehlen hunderttausende Mitarbeiter*innen, die Krankenhausversorgung ist am Limit, die gesetzlichen Krankenversicherungen sind mit 17 Mrd. Euro im Minus, es drohen erhebliche Beitragserhöhungen. Die Bundesregierung schafft es, selbst die bescheidenen Erwartungen an ihre Gesundheitspolitik noch zu enttäuschen. Weiterlesen

 

 

Queeres

 

Schwulen und bisexuellen Männern zügig ein Impfangebot machen

9. Juni 2022
Pressemitteilung

 

Rund 130 Affenpockenfälle gibt es inzwischen in Deutschland. Bislang sind ausschließlich homosexuelle Männer infiziert. Grund genug, gegen eine Stigmatisierung und für zielgruppengerechte Informations- und Impfangebote aktiv zu werden. Dafür plädiert Kathrin Vogler als queerpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Weiterlesen

 

Kathrin Vogler im Kuratorium der Magnus Hirschfeld-Stiftung

4. Juni 2022

 

Der Bundestag hat am 2. Juni 2022 die Mitglieder des Kuratoriums der „Bundesstiftung Magnus Hirschfeld“ gewählt. Mit dabei ist auch Kathrin Vogler. Sie vertritt die Linksfraktion als queerpolitische Sprecherin im Kuratorium, ihr Stellvertreter ist Jan Korte. Weiterlesen

 

Queer, aber sozial: die Queer-Politik der Regierung kritisch begleiten

31. Mai 2022
Interview

 

Auf Queer.de sprach Kathrin Vogler über ihre Motivation, ihre politischen Schwerpunkte und wie sie die Queer-Politik der Ampel kritisch begleiten will. Weiterlesen

 

 

NRW vor Ort

 

Vier prallvolle Tage in der Hauptstadt - Besuchergruppe von MdB Kathrin Vogler zu Gast in Berlin

14. Juni 2022

 

Dass Berlin immer eine Reise wert ist, das ist hinlänglich bekannt. Dass die Hauptstadt aber nochmal spannender ist, wenn es eine an politischen Gesichtspunkten orientierte Fahrt ist, das erfuhren knapp 30 Personen aus dem Wahlkreis von Kathrin Vogler in der vergangenen Woche hautnah. Weiterlesen

 

Nachgefragt!

Kathrin Vogler im Gespräch mit...

 

Mit wechselnden Gesprächspartnern widmet sich DIE LINKE Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler aktuellen Themen. Der Podcast wird als Online-Sprechstunde alle 14 Tage montags von 19 bis 20.00 Uhr als Livestream auf der Facebookseite aufgezeichnet. Alle Bürger*Innen sind herzlich eingeladen, sich mit Fragen, Kommentaren und Anregungen am Gespräch zu beteiligen, entweder live in der Facebook-Kommentarspalte oder auch vorab per E-Mail: via kathrin.vogler.wk03@bundestag.de. 

► ​Zum Nachhören gibt es die Sprechstunden als Podcast bei spotifyApple-Podcasts und Google-Podcasts:

 

Nachgefragt: Wie queer ist Deutschland?

14. Juni 2022

 

Kathrin Vogler, DIE LINKE, im Gespräch mit Peter Struck, Aids-Hilfe Bielefeld Weiterlesen

 

Nachgefragt: Fernfahrer-Romantik oder Knochenjob? Arbeitsbedingungen von Berufskraftfahrern

28. Juni 2022

 

Kathrin Vogler im Gespräch mit Jörg Wittig, Berufskraftfahrer aus Winterburg Weiterlesen

 

► 11. Juli 2022, 19:00 Uhr: Nachgefragt: DIE LINKE macht den Unterschied - Was hat sich in Bremen bei Gesundheit und Pflege getan? Kathrin Vogler im Gespräch mit Nelson Janßen, gesundheitspolitischer Sprecher der LINKSFRAKTION in der Bremischen Bürgerschaft

Seit 2019 wird Bremen von der ersten rot-rot-grünen Landesregierung in einem westdeutschen Bundesland regiert. Doch wieviel "DIE LINKE" steckt in diesen Vorhaben und dem Regierungshandeln? Selbstverständlich wird der Arbeitsschwerpunkt der beiden Abgeordneten dabei eine wichtige Rolle spielen: die Gesundheitspolitik. Gerade während der ersten Corona-Wellen hat die Bremer Landespolitik bundesweite Beachtung gefunden. Kathrin Vogler fragt gezielt nach: "DIE LINKE macht den Unterschied - Was sich in Bremen bei Gesundheit und Pflege getan?" Janßen wird über seine Idee für eine sozial gerechte Gesundheitspolitik vor, in und nach der Pandemie berichten. Er sagt: "Ziel für uns muss sein, dass sozialer Status in der Zukunft kein Gesundheitsrisiko und dass die individuelle gesundheitliche Verfassung kein Armutsrisiko mehr darstellt." Die Veranstaltung findet live auf Facebook statt. 

 
 

Termine

 

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