“Palästinensischer Staat – ein israelisches Interesse”
Demonstration in Tel Aviv
Am 5. Juni 2011 haben in Tel Aviv 25.000 Menschen für einen Palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 demonstriert. Auf der Abschlusskundgebung am Tel Aviv Museum sprachen die Knessetabgeordneten Dov Khenin (Hadash), Daniel Ben-Simon (Labour), Nino Abesadze (Meretz), der Bürgermeister von Nazareth Ramez Jeraisy, die Herausgeberin der kommunistischen Zeitung Al Ittihad und bekannte feministische Aktivistin Aida Tourma-Sliman und der Dramatiker Yeshua Sobol.
Zahllose politische Parteien und Friedensgruppen, unter ihnen Hadash (Demokratische Front für Frieden und Gleichheit – Kommunistische Partei Israels), Labour, Meretz, die Derech-Fraktion der Kadima, Peace Now, Combattants for Peace, Solidarität mit Sheikh Jarrah und Gush Shalom hatten für die Demonstration mobilisiert. Unter den DemonstrantInnen befanden sich weitere aktuelle und frühere Knesset-Abgeordnete: Muhammad Barake, Afu Agbaria und Hanna Sweid von Hadash, Ilan Gilon und Nitzan Horowitz von Meretz, die früheren Abgeordneten Issam Makhoul und Tamar Gozansky (beide Hadash), Haim Oron (Meretz) und der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Israels, Muhammad Nafa’h.
Einige Marschierer hielten Schilder mit der Aufschrift “Palästinensischer Staat – ein israelisches Interesse”, “Bibi (Netanjahu), erkenne die Palästinenser an” und “Yes, wie KEN” (das heißt auf hebräisch „ja“). Andere lauteten: „Ja zum Frieden“ und „Juden und Araber weigern sich Feinde zu sein“. Die DemonstrantInnen trugen auch palästinensische, israelische und rote Fahnen.
Einige Dutzend Rechtsextreme, gewickelt in israelische Flaggen, hielten eine Gegenkundgebung am Auftaktpunkt der Demonstration am Rabin Platz ab. Währen der Demonstration wurden zwei linke Aktivisten von der Polizei willkürlich festgenommen.
Ein altes Mitglied der Kommunistischen Partei, Prof. Yenina Altman, 80, kam den ganzen Weg von Haifa, um an dem Marsch teilzunehmen. „Es ist wichtig für mich, den dringenden Wunsch auszudrücken, die Palästinenser unabhängig zu sehen“, erzählte sie. „Ich kam aus Polen, nachdem meine ganze Familie vernichtet war. Ich war im Ghetto und im KZ. Ich möchte, dass mein Land Respekt für die Palästinenser zeigt und ihr Recht anerkennt einen eigenen Staat zu haben, genauso, wie wir das für uns wünschen.“
Ein Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Israels, Rawda Murcus aus der galiläischen Stadt Kafr Yasif sagte: “Wir hoffen, dass Protestaktionen wie diese starker warden und den notwendigen Wandel herbeiführen für einen unabhängigen palästinensischen Staat entlang der Grenzen von 1967 mit der Hauptstadt Ostjerusalem.“
Quelle: http://mrzine.monthlyreview.org/2011/cpi050611.html 05.6.2011
Übersetzung: Kathrin Vogler
