Zwischenbemerkung Kathrin Vogler
Erregte Debatte um die Freigabe der „Pille danach“ – CDU/CSU und SPD haben keine sachlichen Argumente
Zwischenbemerkung von Kathrin Vogler (DIE LINKE) während der Rede von Mechthild Rawert (SPD)
Kathrin Vogler (DIE LINKE):
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Vielen Dank, Frau Kollegin, dass Sie meine Zwischenbemerkung zulassen.
Ich habe mich gerade ein bisschen über den Satz, den Sie gesagt haben, gefreut, Sie seien keine Freigängerin aus dem Koalitionsknast, sondern eine frei gewählte Abgeordnete.
(Dr. Andreas Schockenhoff [CDU/CSU]: Sie hat „Gefängnis“ und nicht „Knast“ gesagt!)
An diese frei gewählte Abgeordnete und alle ihre Kolleginnen und Kollegen möchte ich gerne meinen Appell richten, genau diese Tatsache im Blick zu behalten.
(Dietrich Monstadt [CDU/CSU]: Frage, Frau Präsidentin! – Weitere Zurufe von der CDU/CSU: Frage!)
Ich stelle keine Frage. Lesen Sie bitte die Geschäftsordnung. Ich möchte Sie ermutigen, auch einmal über ein anderes Verhalten als dem reflexartigen Ablehnen unserer Vorlagen nachzudenken, zumal unser Antrag weitestgehend dem entspricht, was der Bundesrat schon mit SPD-Stimmen beschlossen hat.
Ich möchte Sie dazu mit den Worten der Abgeordneten Lisa Gnadl aus der Sitzung des Sozial- und Integrationspolitischen Ausschusses des Hessischen Landtags am 11. September dieses Jahres ermutigen, in der sie gesagt hat – ich zitiere :
„Für meine Begriffe kann man einen schnellen und diskriminierungsfreien Zugang zur „Pille danach“ nur gewährleisten, wenn sie rezeptfrei ist. In allen Debatten zu diesem Thema, auch im Bundestag, habe ich nie irgendwelche medizinischen Gründe gehört, die gegen eine rezeptfreie „Pille danach“ sprechen.“
(Karin Maag [CDU/CSU]: Zuhören!)
Diese SPD-Abgeordnete sagte weiter:
„Ich finde es wichtig, dass wir es begrüßen und unterstützen, dass dieses Medikament aus der Verschreibungspflicht herausgenommen wird.
(Dr. Andreas Schockenhoff [CDU/CSU]: Das kann man doch im Protokoll auch nachlesen!)
Ich verstehe nicht, warum Sie – damit wendet sie sich an Union und Grüne – sich um diesen Punkt so herumdrücken und diesen Antrag der LINKEN nicht unterstützen wollen.“
Ich glaube, viele Frauen draußen werden es auch nicht verstehen, wenn ihr, liebe Mechthild, diesen Antrag der Linken heute nicht unterstützt.
(Zuruf von der CDU/CSU: Redet jetzt die Linke?)
und euch mit uns dafür einsetzt, dass das, was ihr ja mehrfach dokumentiert habt und auch selber wollt, Wirklichkeit wird.
(Beifall bei der LINKEN)
[Auszug aus dem Bundestagsprotokoll der 54. Sitzung vom Donnerstag, den 25. September 2014, Seiten 4999-5000]
