Leserbrief
An die Redaktion der Ibbenbürener Volkszeitung
Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Leserinnenbrief von Anna Hohe-Meyer in der heutigen Ausgabe der IVZ bitte ich um Veröffentlichung der folgenden Stellungnahme:
Wenn den letzten Unterstützern von Dieter Jasper nichts mehr einfällt, außer mit der SED-Keule auf jene einzuschlagen, die sich um Aufklärung seines Titelbetrugs bemühen, muss das Eis unter ihren Füßen schon recht dünn geworden sein.
Das Vorgehen ist nicht neu. Als sich DIE LINKE im Bundestag in einer aktuellen Stunde mit der Käuflichkeit von Politik auseinander gesetzt hat, wie sie sich in den Mövenpick-Spenden für die FDP und im “Rent-a-Rüttgers-Angebot“ der NRW-CDU darstellt, fiel den Vertretern dieser Parteien auch nichts Besseres ein, als den Mythos von den angeblich verschwundenen SED-Millionen aufzuwärmen – jetzt sind es auf einmal sogar Milliarden. Dieser Mythos ist längst widerlegt, der Verbleib des SED-Vermögens lückenlos dokumentiert.
DIE LINKE ist die einzige Partei im Bundestag, die nicht von großen Unternehmen unterstützt oder gesponsert wird. Sie hat sich hier im Kreis für Neuwahlen eingesetzt, obwohl sie kein zusätzliches Mandat zu erwarten hätte, sondern nur einen zusätzlichen aufwändigen Wahlkampf.
Ich habe oft darüber nachgedacht, wie ich gehandelt hätte, wenn Herr Jasper meiner eigenen Partei angehören würde. Mein Fazit: auch dann wäre die Forderung nach Neuwahl oder Mandatsverzicht richtig und notwendig gewesen. Die Wählerinnen und Wähler darf man nicht grob täuschen, egal welcher politischen Richtung man angehört. Herr Jasper hat durch Verschleiern und Verzögerung dafür gesorgt, dass eine reguläre Wahlanfechtung nicht mehr möglich war. Er hätte sich mit aller Konsequenz schon im Oktober erklären können und seiner Partei und der Demokratie damit einen Dienst erwiesen.
Mit freundlichen Grüßen
Kathrin Vogler
