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Lauterbachs Long Covid-Initiative: zu spät und zu wenig

Presse-Echo

Nun ist es offiziell: Statt den Anfang des Jahres von Minister Lauterbach angekündigten 100 Mio. Euro für die Long Covid-Forschung wird es nur 20 Mio. aus dem Bundeshaushalt geben, 20 Mio. sollen die eh schon klammen Krankenkassen beisteuern.

 

Bundesgesundheitsminister Lauterbach kündigt eine neue Webseite an (dabei gibt es schon seit April eine der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), Fortbildungen für Ärzt*innen und einen Runden Tisch für Expert*innen und Betroffene. Die Erkrankten brauchen aber nicht mehr Information und Austausch, sondern konkrete Hilfe. Long Covid- und ME/CFS-Betroffene sind hervorragend vernetzt, sehr gut informiert und haben zwei zentrale Forderungen, denen Minister Lauterbach eben nicht nachkommt: Mehr Geld für die Long Covid-Grundlagen- und Therapieforschung und eine bessere Betreuungsinfrastruktur. Statt den Anfang des Jahres von Minister Lauterbach angekündigten 100 Mio. Euro für die Long Covid-Forschung wird es, so informierte es auf der eigens einberufenen Pressekonferenz am 12. Juli in Berlin nur 20 Mio. aus dem Bundeshaushalt geben, 20 Mio. sollen die eh schon klammen Krankenkassen beisteuern.

Der aktuelle Iststand: Die Long Covid-Spezialzentren sind völlig überlaufen und viele Ärzt*innen sind aufgrund der immer noch viel zu dünnen Datenlage zutiefst verunsichert, wie sie therapieren sollen. Symptomatisch für die aktuelle Versorgungssituation war der Hinweis von Frau Prof. Dr. Scheibenbogen von der Berliner Charité auf der Presekonferenz, dass man aktuell mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss verhandele, die Hausbesuche von Ärzt*innen besser zu vergüten, damit die oft ans Haus oder sogar ans Bett gefesselten Erkrankten ärztlich besser betreut werden können. Auch Scheibenbogen konstatierte, dass 40 Mio. für die Long Covid-Forschung nicht ausreichen und die Voraussetzung für einen Erfolg eine "langfristige Förderung" sei. Offenbar ist Lauterbachs "Initiative" auch aus Expertinnensicht nicht zufriedenstellend.

Minister Lauterbachs "Vorschlagspaket" vermittelt den Eindruck, als sollte es vom Mangel an den wirklich notwenigen Mitteln und Maßnahmen ablenken und davon, dass unser profitgetriebenes Gesundheitssystem auch gerade bei der Behandlung von komplexen Krankheitsbildern, wie sie für Long Covid und ME/CFS typisch sind, völlig versagt. Die Betroffenen werden also in Zukunft den Druck noch erhöhen und weiterhin darum kämpfen müssen, dass für die Erforschung von Long Covid und ME/CFS Mittel in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt werden, die wirklich einen Anlass zur Hoffnung geben DIE LINKE wird sie dabei auch in Zukunft tatkräftig unterstützen.

 

Kathrin Vogler kommentierte auf Anfragen die in der Berliner Bundespressekonferenz am 12. Juni 2023 vorgestellte "Long Covid-Initiative" von Bundesgesundheitsminister Lauterbach:

 

 

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