10. bis 13. September 2013
Berlin vor der Wahl - mit Interessierten unterwegs in der Hauptstadt
Am Mittag des 10.September trafen interessierte Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen in der Bundeshauptstadt Berlin ein. Sie folgten der Einladung von Kathrin Vogler, das politische Berlin kennnenzulernen.
Gleich zu Beginn ging es in das Reichstagsgebäude, den Sitz des Deutschen Bundestages. Auf der Tribüne, von der aus Besucher sonst die Plenarsitzungen verfolgen können, gab es einen Vortrag über die Arbeitsweise des Bundestages und Informationen über das historische Gebäude.
Im Anschluss stand Kathrin Vogler der Gruppe persönlich für ein Gespräch zur Verfügung. Nachdem sie sich und ihre Arbeit sowie ihre politischen Schwerpunkte vorgestellt hatte, gab es verschiedene Fragen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der aktuelle Syrien-Konflikt und die Haltung der LINKEN dazu waren ebenso Thema wie z.B. auch die Frage, wie Kathrin Vogler ganz persönlich mit politischen Niederlagen und Rückschlägen umgeht. Darauf erwiderte sie u.a., dass sie es bislang noch immer erfolgreich schafft, sich an ihren Idealen aufrecht zu halten und eher noch gestärkt aus Rückschlägen hervorgeht.
Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto hatte jeder die Möglichkeit, sich Berlin von der Dachterrasse aus anzusehen oder auf die Glaskuppel des Reichstagsgebäudes zu gehen.
Am nächsten Tag ging es nach Oranienburg, dort befindet sich die Gedenkstätte "KZ und Speziallager Sachsenhausen". Diese "als idealtypisches Konzentrationslager konzipierte Anlage" wurde im Sommer 1936 gebaut und sollte dem Weltbild des Nationalsozialismus architektonischen Ausdruck geben und die Häftlinge auch symbolisch der absoluten Macht der SS unterwerfen. Mit Worten lassen sich die Eindrücke der Grausamkeiten, die man beim Rundgang dort spürt, kaum beschreiben. Ein Ort der Trauer und des Gedenkens und Mahnens.
Der nächste Programmpunkt fand in den Räumen der Bundeszentrale für politische Bildung statt.
Nach einem kurzen Einblick in die Aufgaben dieser Bundesinstitution stand das Thema internationaler Terrorismus auf der Tagesordnung. Der Referent beleuchtete das Thema per Definition, aber schon schnell entwickelte sich eine Diskussion, die auch immer wieder auf nationalen Terrorismus übergriff. Ein schwieriges, aber durchaus interessantes Thema, das den einen oder anderen doch zum Nachdenken brachte.
Die Hackeschen Höfe in Berlin sind bei Touristen und Einheimischen beliebt, da sie mit ihren Geschäften und Lokalen in den Hinterhöfen ein uriges Berlin-Gefühl vermitteln.
Die Gruppe wandelte hier aber "Auf den Spuren jüdischen Lebens" rund um den Hackeschen Markt. Hier hatte der Bürstenmacher Otto Weidt eine Werkstatt für Blinde und bot vielen Jüdinnen und Juden während der NS-Zeit Arbeit und Unterschlupf. Im danebenliegenden Anne-Frank-Zentrum ist das kurze Leben der Anne Frank dargestellt und stellt Parallelen zu Jugendlichen im gleichen Alter in heutiger Zeit her - die Wünsche und Sehnsüchte ähneln sich, doch die Perspektiven unterscheiden sich.
Auf einem kurzen Spaziergang in die Nebenstraßen wurden noch einige Punkte angesteuert, die an das jüdische Leben in diesem Viertel erinnern.
In der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wird an die jüngere deutsche Geschichte erinnert. Hierher kamen Flüchtlinge oder freigekaufte Häftlinge aus der DDR an, ehe sie in verschiedene Orte in Westdeutschland oder nach Westberlin kamen. Hier wurden sie von den Geheimdiensten intensiv zu ihren Gründen der Ausreise aus der DDR befragt und mussten einige Zeit in dem Lager verbringen.
Abschließend wurde die Geschäftsstelle der LINKEN im Karl-Liebknecht-Haus am Rosa-Luxemburg-Platz besucht. In einem kurzen Film wurde die wechselvolle Geschichte des Gebäudes erläutert.
Mitarbeiter der LINKEN berichteten über den Aufbau und die Organisation der Partei und natürlich über die politischen Ziele: Mindestlohn von 10 Euro, sanktionsfreie Mindestsicherung, Mindestrente von 1050 Euro, sozialer Wohnungsbau, Vermögens- und Millionärsteuer, solidarische Gesundheitsversicherung, Rüstungsexporte verbieten, Kriegseinsätze der Bundeswehr stoppen.
Mit vielen Eindrücken fuhr die Gruppe nach schönen, aber auch anstrengenden Tagen zurück nach NRW.










