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29.05. - 01.06.2012

An der Gedenkstätte „Berliner Mauer“

Am Dienstag erreichte die Besuchergruppe aus NRW die Bundeshauptstadt Berlin, wo sie in einem Hotel in Lichtenberg eincheckte. Vor ihr lagen drei spannende Tage mit einem Programm rund um die Geschichte und Gegenwart deutscher Politik. Beim gemeinsamen Abendessen knüpften die politisch interessierten Teilnehmer aus dem Münsterland, Hamm und OWL erste Kontakte zueinander.

Das eigentliche Programm begann am Mittwochmorgen mit dem Besuch und einer Führung durch die Gedenkstätte „Berliner Mauer“ an der Bernauer Straße. Entlang der erhaltenen Zeugnisse aus der Zeit der Spaltung Berlins in Ost und West erhielt die Gruppe einen Einblick in die Probleme, die diese Trennung für die Menschen in beide Hälften erzeugte und die Versuche einiger Ostberliner, durch die Flucht in den Westteil der Stadt, diese Trennung zu überwinden.

Auf der Karl-Marx-Allee stadteinwärts während der Stadtrundfahrt

Am Nachmittag fand sich die Gruppe zu einem Informationsgespräch über die Arbeit des Bundespresseamtes im Informations- und Presseamt der Bundesregierung am Reichtagsufer ein.

Der folgende Donnerstag begann mit einer dreistündigen, politischen Stadtrundfahrt durch Berlin und einem kurzen Ausflug zu den Hackeschen Höfen am Rande des ehemaligen Jüdischen Stadtteils.

Nach dem Mittagessen besuchte die Reisegruppe den Deutschen Dom, in der die Ausstellung „Wege – Irrwege – Umwege“ Einblicke in die Geschichte deutscher Parlamentsentwicklung und Demokratiebildung vermittelt. Dabei wurde den Besuchern sehr eindrucksvoll erläutert, welch´ lange Entwicklung hinter der Entstehung des deutschen Grundgesetzes als Grundlage für die Partizipation aller am demokratischen System der Bundesrepublik steht, ein Umstand, der nur zu leicht aus den Augen verloren wird, wenn man seinen Blick auf andere Staaten dieser Erde richtet und die Forderung nach mehr demokratischen Rechten für deren Einwohner formuliert.

Die Besuchergruppe im KZ / Speziallager Sachsenhausen bei Oranienburg

Anschließend besuchte die Gruppe die Gedenkstätte „KZ / Speziallager Sachsenhausen“, einen Ort, der wie kein anderer in der Region die Frage aufwirft, ob Demokratie Selbstverständnis ist, oder eine Errungenschaft, für deren Erhaltung Politik und Gesellschaft sich jederzeit aktiv einsetzen müssen.

Demokratieverlust als Folge der Entsolidarisierung der Gemeinschaft in wirtschaftlichen Krisenzeiten ist ein weltweit immer wieder beobachtbares Phänomen, auch wenn das ehemalige Konzentrationslager bei Oranienburg durch seinen Verweis auf den Nationalsozialismus sicherlich vor einer Diktatur mahnt, wie sie in der Neueren Geschichte einzigartig war. Für viele der alevitischen Mitreisenden wurde es aber gerade hier offensichtlich, dass die Bundesrepublik Deutschland mit der Vergangenheit der eigenen Gesellschaft weit offener verfährt, als es in anderen politischen Systemen auch nur denkbar wäre.

Am Freitag, dem letzen Tag der Reise, besuchte die Reisegruppe den Deutschen Bundestag. Nach einem Vortrag im Plenarsaal fand sie sich zum Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Kathrin Vogler ein. Im Mittelpunkt standen dabei Themen der Gesundheits-, Friedens- und Integrationspolitik. Darüber hinaus berichtete Kathrin Vogler sehr anschaulich über ihre Tätigkeiten in den Gremien des Bundestages. Die interessierten Besucher waren mit der Abgeordneten schon bald in eine weitreichende Diskussion vertieft, so dass die Stunde viel zu schnell verging.

Im Anschluss fand ein Besuch der Kuppel des Reichstags statt, man traf sich etwas später zum gemeinsamen Essen und brach im Anschluss zurück in die Heimat auf. Alle waren sich einig, dass die Fahrt sehr informativ und interessant verlaufen war.

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