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Entsorgungsproblem zeigt Notwendigkeit von Fracking-Verbot

In den letzten Wochen sorgten Bohrschlämme aus Niedersachsen, die unter anderem auf der Haus und Gewerbemülldeponie in Altenberge (Kreis Steinfurt) „entsorgt“ wurden, für große Aufregung. In der Diskussion steht die Gefährlichkeit der Abfälle der niedersächsischen Erdgas- und Erdölindustrie. Unabhängig aller Grenzwerte für Schwermetalle oder flüchtigen Kohlenwasserstoffe oder der Klassifizierungsstufen für Deponien gibt der Vorgang einen Ausblick auf die Entsorgungsprobleme, die durch eine Ausweitung der Förderung mittels Fracking entstehen werden, wenn die Bundesregierung an ihrem Bestreben festhält, die Fördertechnologie in Deutschland zu erlauben.

Bei der Förderung von Erdöl und Ergas fallen so genannte Bohrschlämme an. Wie der WDR berichtet, wurden diese in Niedersachsen in den vergangen Jahrzehnten direkt am Bohrplatz vergraben. Doch da diese Stoffe nicht nur mit Öl-Rückständen belastet sind, sondern in vielen Fällen auch giftige Schwermetalle, wie Quecksilber und Arsen, sowie radioaktives Radium 226 vorhanden sind, gelten die Schlämme als "gefährlicher Sonderabfall". Daher werden sie nun geborgen und, da in Niedersachsen geeignete Deponien fehlen, nach NRW verbracht. Eigentlich sollte dies bis 2013 geschehen. Doch nach WDR Recherchen und daran anschließenden Nachfragen des NRW-Umweltministers bei seinem niedersächsischen Amtskollegen stellte sich heraus, dass der „Giftmüll-Tourismus“ auch weiterhin erfolgte.

Die Zahlen zur Menge an Bohrschlamm, der 2015 von der niedersächsischen Erdöl- und Erdgasindustrie nach NRW verbracht wurden, mussten peu à peu nach oben korrigiert werden: Zunächst war die Rede von 75.000 Tonnen, dann von 100.000 Tonnen. Letztendlich werden es wohl 200.000 Tonnen sein. Davon entfielen 4.111 Tonnen auf die Altenberger Haus und Gewerbemülldeponie. Dort wurden die Bohrschlämme nach Angaben der Geschäftsführung der kreiseigenen Entsorgungsgesellschaft EGST gegenüber der WN zum Ausgleich von Unebenheiten genutzt. Sie befänden sich nun unter einer Schutzfolie und die Gefahr von Auswaschungen sei damit nicht gegeben.

Außerdem seien die in Altenberge entsorgten Bohrschlämme nach Angaben der EGST „völlig harmlos“. Es sei zwar richtig, dass die Stoffe in Niedersachsen als gefährlich deklariert worden, doch in NRW sei die Gesetzeslage eine andere und somit die relevanten Grenzwerte nicht überschritten. Für eine Prüfung auf Radioaktivität hätten keine Anhaltspunkte vorgelegen.

Egal wie man die Gefährlichkeit der Bohrschlämme am Ende bewertet, klar ist: Jahrzehntelang entledigte sich die Erdöl- und Erdgasindustrie abseits der öffentlichen Kontrolle in einer für die Umwelt bedenklichen Weise ihrer Abfälle. Aus Kostengründen. Und nachdem man die Spielregeln in Niedersachsen an dieses Vorgehen angepasst hat, versucht man nun seit Jahren die Stoffe klammheimlich in NRW loszuwerden. Die Eignung der einzelnen Deponien kann nur schwer nachvollzogen werden. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Immer noch liegen hunderttausende Tonnen solcher Bohrschlämme in Gruben in Niedersachsen. Die endgültige Entsorgung bzw. Lagerung dieser Rückstände ist weiterhin ungeklärt. Derweil versucht die Erdöl- und Erdgasindustrie sich mit einer Vereinbarung über die Zahlung von 5 Millionen Euro an das Land Niedersachsen aus der Affäre zu ziehen.

Der Vorgang bietet einen Ausblick auf die Entsorgungsproblematik, die sich durch die Nutzung der Fracking-Technologie noch weiter zuspitzen wird. Kein Wunder, dass die Industrie dieses Thema am liebsten fernab der öffentlichen Wahrnehmung halten möchte.

Unter anderem deswegen kann unsere Forderung nur lauten,Fracking verbieten – ausnahmslos!

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