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Fracking – Der lange Atem der Frack-Industrie könnte sich auszahlen

Exxon Mobil, Wintershall und die HammGas halten an ihren Plänen, mittels Fracking Erdgas zu fördern, fest. Erst kürzlich beantragten die Firmen die Verlängerungen ihrer „Erstzugriffsrechte“ auf das in Claims aufgeteilte Nordrhein-Westfalen bei der Bezirksregierung Arnsberg. Die Genehmigung war nur eine Formsache.

Doch warum eigentlich? Schließlich wird unsere Umweltministerin Barbara Hendricks, SPD, nicht müde zu betonen, Fracking werde es in absehbarer Zeit nicht geben. Land auf, Land ab bekunden Kreistage und Stadträte ihre ablehnende Haltung gegenüber Fracking. Und die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte angesichts der Ablehnung der Fördermethode durch breite Teile der Bevölkerung ein Moratorium verhängt.

Schlechte Aussichten also für die Förderfirmen zur Verwirklichung ihrer Fracking Träume? Wohl kaum, denn der Teufel liegt wie so oft im Detail.

Eine PR-Kampagne soll es richten

In den letzten zwei Jahren hat man die Diskussion um den Einsatz von Fracking erfolgreich auf den Einsatz von toxischen Stoffen verengt. Genau darauf zielen nun die PR-Strategen der Konzerne mit einer neuen Kampagne: Man kündigt ein so genanntes „clean Fracking“ an. Also Fracking ohne den Einsatz von giftigen Chemikalien.

So warb Exxon-Chef Gernot Kalkoffen in Zeitungsanzeigen: "Wir möchten in Deutschland für Schiefergas mit höchsten Umweltstandards, modernster Technologie und unter Beteiligung der kritischen Öffentlichkeit neue Maßstäbe setzen - mit Fracking, aber giftfrei."

Die HammGas, ein Unternehmen unter Beteiligung der Hammer Stadtwerke, will aus der öffentlichen Wahrnehmung das Wort „Fracking“ komplett verbannen. Seit man eine Werbeagentur engagiert hat, spricht man lieber von „Tektomechanik“ und dieses neue Verfahren schließe Fracking „und den damit verbundenen Einsatz von Chemikalien aus“, so Geschäftsführer Presse.

Ein Fracking-Erlaubnis-Gesetz aus dem Hause der SPD Minister Hendricks und Gabriel

Anfang Juli 2014 wurde ein Eckpunktepapier aus den Ressorts von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, SPD, und Umweltministerin Hendricks bekannt, wonach Fracking verboten werden soll… allerdings nur oberhalb von 3.000 Metern und in Wasserschutz- und Heilquellengebiete sowie Einzugsbereiche von Talsperren, Seen und. Zulassen wollen Hendricks und Gabriel außerdem explizit Probebohrungen als "wissenschaftlich begleitete Erprobungsmaßnahmen".

Vor allem Unionspolitiker drängen seitdem auf weitere Aufweichungen des Gesetzesvorhabens und können mittlerweile erste Erfolge verzeichnen. In den Beratungen des Ausschusses für Wirtschaft und Energie wich dieser vom Eckpunktepapier ab und schließt den Fracking Einsatz in sogenannten Natura 2000 Gebieten nicht mehr vollständig aus. In jenen von der Europäischen Union ausgewiesenen Schutzgebieten soll die Fördertechnologie allenfalls in Schiefer- und Kohleflözgestein verboten seien. Darüber hinaus soll auch der Einsatz von Fracking mit „allenfalls leicht wassergefährdenden Frackflüssigkeiten“ erlaubt sein.

Damit passt das Gesetzesvorhaben gut in die PR-Strategie der Förderfirmen. 

Der Großteil der Probleme bleibt ungelöst

Doch der Großteil der Probleme, die der Einsatz der Fracking-Technologie mit sich bringt, bleibt ungelöst. Einen Cocktail aus giftigen Stoffen in den Boden zu pressen und die Gefahr der Kontamination von Grund- und Trinkwasser ist die eine Sache. Unberücksichtigt bleibt jedoch, dass anschließend radioaktive und krebserregende Stoffe aus dem Boden gelöst und nach oben gespült werden können. Das derartig belastete Lagerstättenwasser dürfte nach dem derzeitigen Verhandlungsstand weiterhin in unterirdischen Kavernen verpresst werden. Zuletzt haben Leckagen an Ölkavernen in Gronau für massive Umweltschäden gesorgt.

Darüber hinaus ist die Grenzziehung des Fracking Verbots bei 3000 m Tiefe schlicht willkürlich. Die Dicke der Deckschicht über den horizontalen Frack-Horizonten ist kein Maß für die Sicherheit. Rissbildungen bis in wasserführende Schichten können so genauso wenig ausgeschlossen werden, wie die Gefahr einer Störung des Rohrgangs der vertikalen Bohrung  bestehen bleibt. Viele Unfälle an Bohrplätzen entstanden zudem überirdisch, durch menschliches oder technisches Versagen.

Der Bedarf nach Forschungsbohrungen erscheint widersinnig angesichts der mehr als 100.000 Frack-Bohrungen die mittlerweile weltweit durchgeführt wurden und bewiesen haben, dass es sich hierbei um eine hochriskante Technologie mit oft verheerenden Auswirkungen für Mensch und Umwelt handelt.

Fracking verbieten!

Und zu guter Letzt gehört zur Wahrheit auch, dass man all diese Risiken für den Einsatz einer Technologie in Kauf zu nehmen gedenkt, die keinen nennenswerten Beitrag zur Deckung des Energiebedarfs zu leisten vermag. Ihr Nutzen für die Allgemeinheit strebt somit gegen Null. Dienlich ist sie einzig den Profitinteressen der Förderfirmen.

Deswegen kämpft DIE LINKE auch weiterhin dafür das Thema in seiner breite in der Öffentlichkeit darzustellen und in der Konsequenz für ein generelles Verbot von Fracking.

Links:

http://www.bbu-online.de/Arbeitsbereiche/Fracking/Schreiben%20an%20Hendricks%20und%20Gabriel%2010.07.14.pdf

 

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