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Alle Jahre wieder – Spenden zum Jahresende

Persönliche Tipps von Kathrin Vogler

Zum Jahreswechsel wollen viele Menschen anderen oder der Gesellschaft Gutes tun. Manche wollen auch Steuern sparen. Deswegen spenden sie für soziale Einrichtungen, kulturelle oder politische Initiativen. Viele dieser Organisationen könnten ohne Spenden nicht überleben und arbeiten. Aber die Spenderin oder der Spender wollen auch wissen, ob ihre Gabe richtig eingesetzt wird. Hier ein paar Tipps, die ich aus meinem früheren Leben als „Fundraiserin“ (Neudeutsch für Spendensammlerin) zu diesem Thema habe.

1.     Der Tipp für Steuersparerinnen und Steuersparer
Wenn ich Steuern sparen will, dann muss ich darauf achten, dass der Verein, dem ich spenden will, als gemeinnützig anerkannt ist. Die Anerkennung als gemeinnützig oder mildtätig wird vom Finanzamt ausgesprochen. Sie ist kein Gütesiegel für die Arbeit des Vereins, sondern höchstens ein erster Anhaltspunkt. Spenden an anerkannte Religionsgemeinschaften werden ebenfalls wie gemeinnützige Spenden behandelt. Steuerlich berücksichtigt werden können sie bis zu einer Höhe von 20% des Jahreseinkommens. Spenden bis zu einer Höhe von 200 Euro im Jahr können mit dem Überweisungsbeleg oder dem Kontoauszug nachgewiesen werden. Wer eine Spendenbescheinigung möchte, sollte unbedingt seine Adresse im Betreff-Feld der Überweisung angeben.

2.     Der Tipp für Politische
Spenden an Parteien sind besonders steuermindernd. Bis zu einer Höhe von 1600 Euro erhält die alleinstehende Spenderin die Hälfte der Spende vom Finanzamt zurück. Und sie darf noch einmal denselben Betrag als Sonderausgaben angeben. Beim verheirateten Spenderpaar werden diese Beträge verdoppelt. Spenden von mehr als 10.000 Euro müssen die Parteien unter Angabe des Spendernamens veröffentlichen.

3.    Der Tipp für Kritische
Viele Vereine und Organisationen werben um unsere Spende. Aber welche sind wirklich vertrauenswürdig? Ein Hinweis ist das DZI-Spendensiegel, das nur bekommt, wer mit den Spendengeldern sorgsam und transparent umgeht. Es gibt allerdings auch viele kleinere Vereine, die das Siegel nicht haben, weil es  eben auch Geld kostet. Bei diesen ist man auf der sicheren Seite, wenn man die Arbeit des Vereins und die Arbeitsweise der Verantwortlichen gut kennt.
Oft erkennt man schon an der Spendenwerbung die unseriösen Vereine. Wer schon der Spendenbitte wertvoll aussehende Geschenke beilegt, der bekommt von mir aus Prinzip nichts. Diese Art von Spendenwerbung ist im höchsten Maß manipulativ, weil Menschen, die etwas geschenkt bekommen, instinktiv das Gefühl haben, sie müssten etwas zurück schenken.  Auch Vereine, die mit Drückerkolonnen oder Straßenmarketing um Spenden werben, kann ich nicht empfehlen.

4.    Der Tipp für Verwaltungsvermeiderinnen und -vermeider
Jede Spende, die ein Verein einnimmt, macht auch Arbeit und kostet Geld. Wer mithelfen will, den Verwaltungsaufwand zu senken, spendet lieber nur einem Verein eine größere Summe als vielen Vereinen ein bisschen.

5.    Der Tipp für Realistinnen und Realisten
Viele Menschen spenden gerne zweckgebunden, also für ein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte bedürftige Gruppe. Für Hilfsorganisationen ist das manchmal ein Problem, denn wenn jemand für Somalia spendet, dürfen sie das Geld nicht in Burundi ausgeben, selbst wenn es dort viel nötiger wäre. Außerdem können auch die besten Projekte nicht ohne die Arbeit der Vereinszentrale funktionieren. RealistInnen spenden daher ohne Zweckbindung.

6.    Der Tippfür Arme
Es gibt auch Vereine, die eine sehr gute Arbeit machen, aber nicht gemeinnützig sind, z.B. weil sie vorwiegend politisch tätig sind. Wer keinen Bedarf an Steuerermäßigungen hat, aber trotzdem spenden möchte, kann hier ein besonders gutes Werk tun.

7.    Der Tipp für weniger Arme
Wer eine größere Summe übrig hat, für den kommt auch eine Zustiftung zu einer Stiftung infrage. Hier sollte man sich aber genauer informieren und sich beraten lassen. Zustiftungen sind also eher kein Projekt für die hektische Jahresendzeit. Bei ihnen muss man besonders genau hinsehen, wie sie ihr Vermögen anlegen. Sonst fördert man neben dem guten Zweck unter Umständen auch Rüstungsproduktion oder Atomstrom.

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