Gedanken zum Internationalen Frauentag 2013
In diesem Jahr begehen wir den Equal Pay Day, den internationalen Tag für gleiche Bezahlung, ein wenig früher: Bis zum 21. März dieses Jahres müssen Frauen arbeiten, um den gleichen Lohn zu erwirtschafteten, den ihre männlichen Kollegen bereits am 31. Dezember des Vorjahres verdient haben. Für uns LINKE ist aber klar: Wir werden keine Ruhe geben, bis der Equal Pay Day auf Silvester fällt und Frauen endlich für die gleiche Arbeit ebenso gut bezahlt werden wie Männer!
In den letzten 20 Jahren hat sich die Erwerbssituation für Frauen kaum verbessert. In ländlichen Regionen Westdeutschlands wie etwa im Kreis Steinfurt haben bis zu 40% der erwerbstätigen Frauen nur einen Minijob. Mini sind in diesen Jobs, die sich epidemisch im Handel und im Gastgewerbe ausbreiten, vor allem auch die Löhne. Zudem sind sie nur selten sozialversichert und häufig werden dem Beschäftigten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder tarifliche Sonderzahlungen vorenthalten.
Minijobs sind auch kein Einstieg in den Arbeitsmarkt, sondern häufig eine Sackgasse. Wer einen Minijob in der Hoffnung annimmt, daraus könnte irgendwann mehr werden, sieht sich meistens getäuscht. Gemeinsam mit dem DGB fordert DIE LINKE daher, dass auch Minijobs sozialversicherungspflichtig werden müssen, um die Anreize für die Unternehmen zu verringern, immer mehr volle Stellen in Minijobs aufzusplitten.
Gerade Frauen würden auch von einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn profitieren, wie ihn DIE LINKE fordert. Denn gerade in so genannten "Frauenberufen" wie Friseurin, Floristin, Hauswirtschafterin oder Pflegehelferin gelten Tarife oder Branchenmindestlöhne, die für ein selbstständiges Leben nicht ausreichen.
Warum fordert DIE LINKE, dass dieser Mindestlohn bei 10 Euro beginnen muss? Ganz einfach: alles, was darunter liegt, führt nicht aus der Altersarmut hinaus. Um mit einem langen Erwerbsleben Rentenansprüche oberhalb der Grundsicherung zu erwerben, muss man durchschnittlich sogar mehr als 10 Euro pro Stunde verdienen.
Solche Reformen sind absolut notwendig, denn schon jetzt ist Altersarmut weiblich. So ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum die Kindererziehungszeiten vor 1992 rentenrechtlich geringer bewertet werden als die nach 1992. Einen Antrag der LINKEN, dies zu ändern, haben die Regierungsparteien Ende Februar im Bundestag abgelehnt. Dennoch wird die CSU vermutlich mit genau dieser Förderung im Wahlkampf versuchen, die Frauen auf ihre Seite zu bekommen. Eine gute Alterssicherung für die Mehrheit der Frauen gibt es nur, wenn Frauengehälter steigen, Minijobs und erzwungene Teilzeitarbeit in Vollzeitstellen umgewandelt werden, ein gesetzlicher Mindestlohn von anfangs 10 Euro geschaffen wird und wenn Erziehungs- und Pflegezeiten angemessen berücksichtigt werden. Dafür tritt DIE LINKE auch weiterhin ein.

