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Schulpolitik in Emsdetten - Leserbrief in der EVZ

Kathrin Vogler, MdB

Einfach weiter so nicht - aber warum so kompliziert, Herr Dr. Kock?

Dr. Thomas Kock, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Emsdetten wirbt für neue Konzepte in der Schulpolitik, hat aber selbst keine überzeugende Lösung parat.

Seit mehreren Jahren diskutieren Eltern in Emsdetten über die Einrichtung einer Gesamtschule. Der Bedarf ist vorhanden, das zeigen die jährlichen Anmeldezahlen Emsdettener Schüler an den Gesamtschulen in Saerbeck, Nordwalde und Rheine. Die räumlichen Möglichkeiten sind in Emsdetten ebenfalls vorhanden. Die Abiturientenquote in Emsdetten ist niedrig, da viele Schüler von den Realschulen das Abi nicht am Gymnasium, sondern an den Gesamtschulen oder Berufskollegs in der Umgebung machen. Emsdetten hat also ungenutzte Bildungspotenziale, die auch die SPD nicht heben will.

In Greven und Ibbenbüren haben die Verantwortlichen die Zeichen der Zeit verstanden. In beiden Kommunen wird nach einer Elternbefragung nun der politische Schritt zu Gesamtschulen getan. Dass die CDU, die aus ideologischen Gründen entgegen allen pädagogischen Erkenntnissen an der frühen Aufteilung von Kindern in verschiedene Schulformen festhält, hier wenig Bewegung zeigt, ist die eine Seite der Medaille. Dass aber auch die SPD eine Gesamtschule nur dann will, wenn sie in der Opposition ist und dann, wenn sie Mehrheiten dafür bekommen kann, nicht mehr, ist ein Trauerspiel.

Dann noch darüber zu diskutieren, ob es sinnvoll ist, Eltern in die Entscheidung einzubinden, ist eine Unverschämtheit. Jetzt müssen die Eltern der Grundschulkinder befragt werden, was sie für ihre Kinder wollen: Weiter ein Schulsystem der Ausgrenzung und Abgrenzung oder eine Schule für alle.

Verbundschulen sind keine Verbesserung gegenüber dem jetzigen Stand der Dinge, auch hier werden die Kinder in Haupt- und Realschüler sortiert. Gemeinschaftsschulen nach SPD-Konzept sind Mogelpackungen in Form eines Schulversuchs. Sie zersplittern die Schullandschaft unnötig noch weiter. Und das G8-Gymnasium, in dem zwölfjährige Kinder den Arbeitstag eines Berufstätigen absolvieren, hat keine Bestandsgarantie verdient.

Ich fordere die SPD auf, über ihren bildungspolitischen Schatten zu springen, und endlich den Wunsch vieler Eltern und Kinder nach einer Gesamtschule in Emsdetten zur Kenntnis zu nehmen!

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