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9. November 2018 - 80 Jahre danach

9. November 2018 - 80 Jahre danach ...

Zum Gedenken, zum Nachdenken und als ein Zeichen der Solidarität: aus fast einhundert Zeitungsmeldungen zu rassistischen Übergriffen seit Beginn des Jahres rezitieren zehn Abgeordnete der Linksfraktion im Bundestag erschütternde Beispiele für die "alltägliche" Fremdenfeindlichkeit in diesem Land.

Die Novemberprogrome jähren sich zum achtzigsten Mal. Am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland die jüdischen Gotteshäuser, es folgten Jahre der Verfolgung und des Mords an Millionen jüdischer Menschen, Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit Einschränkungen, Christen, Kommunisten, Menschen, die sich dem faschistischen System widersetzten.

Wenn es eine Verpflichtung gibt, die wir aus dieser Vergangenheit annehmen müssen, dann ist es die, dafür zu sorgen, dass nie wieder ein Mensch in diesem Land Angst haben muss, wegen seiner Herkunft oder seines „Andersseins“ ausgegrenzt, beleidigt, bespuckt, geschlagen oder sogar ermordet zu werden.

Aber genau das geschieht in inzwischen täglich. Es steht in Polizeimeldungen, Zeitungen berichten darüber und manchmal auch das Fernsehen. Es sind keine Einzelfälle. Und die Täter sind meist auch keine Naziskins, sondern ganz „normale“ Bürger*innen, Rentner*innen, die Nachbarn von nebenan, die sich im Recht glauben, wenn sie nach arabisch aussehenden Kindern treten, schwangere Frauen im Hijab schubsen oder dunkelhäutigen Jugendlichen Beleidigungen entgegenschreien.

Die Texte sollen daran erinnern, dass wir die Verpflichtung haben, gerade auch im Gedenken an die Opfer des Faschismus, die „alltägliche“ Fremdenfeindlichkeit in unserem Land anzuklagen, wo immer es möglich ist. Denn zu Menschlichkeit, Weltoffenheit und Solidarität gibt es keine Alternative.

*** Von dem hier verlinkten Video gibt es auf Youtube  
auch eine Vollversion mit den ungekürzten Zitaten.